Geheimnisse Frau 50plus

Die Septemberfrau ziemlich privat

Ein paar Mal habe ich Fragebögen erhalten mit der Bitte, aus meinem Leben zu erzählen. Nun habe ich einige davon aufgegriffen und verrate dir ein paar Geheimnisse über mich.

Was macht dein Leben lebenswert?

Ganz allgemein – Familie, liebe Menschen und ein Ort, den ich Heimat nenne. Doch der Reihe nach:

Ann erster Stelle stehen meine Kinder und 2 ganz wunderbare Enkelkinder. Sie alle sind ein Teil von mir. An ihnen sehe ich jeden Tag, dass das Leben weitergehen wird, selbst wenn ich nicht mehr auf dieser Welt wandele.

Dann ist da mein liebevoller Partner. Ich habe ihn „gefunden“, nein, ich kannte ihn bereits lange Zeit. Nach dem Tod meines Mannes brachte er wieder viel Freude in mein Leben. Nun habe ich zwei Männer, einen im Himmel und einen auf Erden.

Zu einem lebenswerten Leben gehören auch enge Freunde, nette Bekannte, kurz Menschen, die meiner Seele gut tun.

Als letztes ist es das Haus in der kleinen nordhessischen Kleinstadt, in der ich seit über 30 Jahren lebe. Freundliche Nachbarn umgeben mich und tragen dazu bei, dass ich mich hier geborgen und zuhause fühle. Herz, was willst du mehr?

Woraus schöpfst du Kraft?

Beim unterwegs sein in der Natur, am besten im Wald. Für mich stimmt der Spruch, dass ein Spaziergang alle Probleme löst. Zumindest sortieren sich meine Gedanken und eine Entscheidung fällt mir leichter. Das dauert mal länger, mal kürzer, aber es funktioniert. Ich habe das große Glück, dass Feld und Wald gleich um die Ecke liegen.

Zum Weiterlesen: Warum mich ein Waldspaziergang glücklich macht

Besonders intensiv sind diese Waldspaziergänge, wenn meine Enkel dabei sind. Es ist Entschleunigung pur, denn sie sehen viel mehr als ich und können eine kleine Ewigkeit mit der Beobachtung eines winzigen Käfers verbringen.

Welche Jahreszeit gefällt dir am besten und warum?

Ooohhhhh, …., ??? Mmmhh, ja also, das ist so, ähh, . . . Alle!!!
Der Frühling mit seinem frischen Grün lässt mich hüpfen und springen. Dann muss ich raus und es juckt mir in den Fingern, die Gartensaison zu eröffnen. Es kostet mich große Mühe, mit dem Säen und Pflanzen zu warten, bis sich der Gartenboden erwärmt hat. Doch in der Erde herumwühlen ist erlaubt.

Im Sommer mit seinen langen Tagen findet das Leben draußen statt. Schon morgens streife ich barfuß durch den Garten und sammele Wildkräuter für das Frühstück. Abends sitze ich mit Thomas am Teich, und wir genießen die letzten Sonnenstrahlen. Tage, wo im Garten alles wächst und gedeiht, voller Sonnenschein, leicht und unbeschwert.

Zum Weiterlesen: Sommerglück und endlos lange Tage

Der Herbst berauscht mich mit seiner leuchtenden Farbenpracht, an der ich mich kaum sattsehen kann. Jetzt verreise ich besonders gern, wenn die Natur sich mit braunen, roten und goldenen Blättern schmückt.

Nach diesen drei, Energie verzehrenden Jahreszeiten freue ich mich auf den Winter. Alles ruht. Auch ich. Dunkelheit und Kälte, Kerzenschimmer und Einmummeln, Stille und Rückzug, Kräfte sammeln für den Aufbruch und Neuanfang.

Hast du schon einmal auf etwas verzichtet, um frei zu sein?

Verzwackte Frage. Da wäre erst einmal zu klären, was bedeutet Freiheit für mich und was Verzicht?
Einfache Antwort: Nein. Damit gehöre ich wohl zu den mit ihrem Leben zufriedenen, aber deshalb abgrundtief langweiligen Menschen. Bisher fühlte ich mich auch nie dermaßen „unfrei“, um rabiate Umbrüche herbeizuführen.

Ich bin sehr dankbar, in einem Land leben zu dürfen, in dem ich frei entscheiden kann, was ich tun oder lassen will. So habe ich viele kleine und auch große Vorhaben verwirklicht, Türen hinter mir geschlossen und neue geöffnet oder war in den verschiedensten Berufen tätig.

Es gab sehr oft Umbrüche oder Neuanfänge in meinem Leben, doch ich hatte nie das Gefühl, deshalb auf etwas verzichten zu müssen. Das für mich Wichtigste habe ich bei allen Veränderungen immer behalten: meine Familie, Freunde und freie Gedankengänge.

Was steht heute auf deiner Wunschliste „an mein Leben“ ganz oben?

Gesund und munter zu bleiben sowie mein Lachen und meine Fröhlichkeit nie zu verlieren. Sollte mir das Schicksal irgendwann wieder einen dicken Knüppel zwischen die Beine werfen und mich zu Fall bringen, wünsche ich mir Freunde, die mir beim Aufstehen helfen und eine kurze oder lange Wegstrecke mit mir weitergehen.

Wie fühlt sich Älterwerden für dich an, wo(bei) merkst du es am deutlichsten?

Am deutlichsten nehme ich das Älterwerden an meinen oder anderen Kindern wahr. Eben waren sie noch so winzig klein und plötzlich sind sie erwachsen, haben ihr eigenes Leben, ihren Beruf, ihre Familie und selbst Kinder.

Ich gehe immer mehr zu Beerdigungen als zu Hochzeiten, weil die Generation vor mir, als auch Menschen in meinem Alter langsam aber sicher sterben. Ich stelle mir das bildhaft vor. Alle Menschen befinden sich auf einem Hochplateau. Schritt für Schritt gehen sie nach vorn auf die Abbruchkante zu. Eines Tages werde ich dort in der 1. Reihe stehen, vor mir der Abgrund. Zum Glück ist mir das genaue Datum unbekannt, wann ich über diesen Rand in die Tiefe falle. Doch, dass ich hineinstürze ist gewiss.

Dann plagt mich immer mehr das ein oder andere Zipperlein, aber welches verrate ich dir nicht.

Zum Weiterlesen: 15 Plagegeister, die dir das Leben ab 50 erschweren

Welches ist deine Lieblingsfarbe?

Du ahnst es sicherlich schon. Es ist Rot. Rot in allen Schattierungen. Wie genau habe ich mal in meinen Morgenseiten festgehalten und teile es nun mit dir?

Ich bin orangerot, wenn ich mit Menschen um mich habe, die ich gern mag, mit ihnen reden, lachen, gemeinsam essen, trinken und zusammen sein kann.

Blau- oder purpurrot bin ich, wenn ich eine Ruhephase brauche und meine Gedanken sammeln muss.

Bei Pink könnte ich kreischen vor Spaß und Freude. Pink ver’rückt’ meine Gewohnheiten, lässt mich neugierig sein und weckt das Entdecker-Gen in mir.

An manchen Tagen bin ich tief dunkelrot fast schon Schwarz. Ich ziehe mich zurück, möchte am liebsten unsichtbar, auf jeden Fall aber alleine sein. Es sind traurige oder nachdenkliche Tage.

Manchmal bin ich auch lila, gedämpft und vermittelnd. Für mich ist Lila ganz Frau sein.

Und wenn ich rosa bin? Dann bin ich das Kind, welches erwartungsvoll und glücklich auf den neuen Tag schaut.

Hast Du ein Lebensmotto?

Ja, ein aufgezwungenes. Der Pfarrer fand den ausgewählten Hochzeitsspruch nicht zutreffend und verpaßte uns damals in 1983 kurzerhand einen anderen.

Bittet, so wird euch gegeben
Suchet, so werdet ihr finden,
klopfet an, so wird euch aufgetan
(Matthäus 7,7)

Lange Zeit war ich empört darüber, doch im Nachhinein stelle ich fest: „Der Pfarrer hat tiefer und weiter geschaut.“

Inzwischen würde ich diesen Spruch als Lebensmotto bezeichnen. Vor allem erinnert er mich daran, dass manche meiner Glaubenssätze Quatsch sind und die Annahme von Hilfe keine Schwäche bedeutet.

Daneben gibt es noch ein Jahresmotto und immer wieder wahllos herausgegriffene Zitate, die mich inspirieren. Auf meinem Schreibtisch steht gerade ein Spruch, der mich bei meiner Ausbildung zur „Kräuterfrau“ begleitet.

Tausend Meilen
beginnen mit dem
ersten Schritt
(aus Korea)

Zum Weiterlesen: Mein Jahresmotto 2019 ist Vertrauen

Hast Du ein Ehrenamt?

Ja. Allerdings habe ich mich Anfang des Jahres von meiner am längsten dauernden ehrenamtlichen Tätigkeit verabschiedet. Über 30 Jahre habe ich jeden 3. Montag eines Monats im Café Gesundbrunnen der Ev. Altenhilfe bedient, dem vielleicht größten Caféteam der Welt. Nun bin ich nur noch als Gast dort oder springe ein, wenn Bedarf ist.

Seit 5 Jahren unterstütze ich den Weltladen „Tintaya“, zu Beginn im Verkauf, später auch bei der Laden- und Schaufensterdekoration und seit kurzem habe ich den Einkauf von Schmuckartikeln übernommen. Das Betätigungsfeld weitet sich aus.

2012 habe ich mit dem Küsterdienst in unserer Altstädter Kirche begonnen. Einmal im Monat bereite ich alles für den Gottesdienst vor und räume hinterher wieder weg oder übernehme in diesem Rahmen andere Aufgaben. Mein Einsatz dort könnte sich im Herbst ausweiten, denn ich stelle mich zur Wahl in den Kirchenvorstand.

Weil es großen Spaß macht, ehrenamtlich Einblicke in andere Lebensbereiche zu finden oder der Gemeinschaft etwas zurückzugeben, engagiere ich mich über das Schauspiel hinaus in meinem Theaterverein und neuerdings im Klitzekleinen im Hofgeismarer Kulturverein.

Es würde mich an dieser Stelle interessieren, ob du auch irgendwo ehrenamtlich tätig bist. Schreib es mir doch als Kommentar. Danke sehr.

Lass uns zusammen Leben – Lieben – Lachen
und bunte Sachen machen

Deine Elvira

50 Jahre – mitten im Leben      

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Du hast mir ja auch schon einmal für die Reihe „Lebenslinien – Sonntagsfragen“ ein Interview gegeben. Vielen Dank dafür. Nun erfahre ich noch einmal eine ganze Menge mehr über Dich. Schön geschrieben und vieles kann ich gut nachvollziehen.
    Bleib wie du bist, dann ist alles gut.
    Liebe Grüße
    Karin

  2. Hallo liebe Elvira,

    wie schön geschrieben. Danke, dass wir Einblick nehmen durften. Rot war auch ganz lange meine Farbe. Jetzt tendiere ich zu grün, aber einem warmen grün. Ehrenamtlich engagiere ich mich im Hospizverein, nicht als Hospizhelferin sondern im Vorstand. Dir eine schöne Zeit.
    Liebe Grüße
    Gudrun

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