Vertrauen lautet mein Jahresmotto 2019

Mein Jahresmotto 2019 ist Vertrauen

Ja, allen Ernstes. Wieder einmal bin ich mehr als erstaunt. Die Intuition hat mir das Wort Vertrauen geschenkt. Was will sie mir damit sagen? Vertrauen. Mache ich doch. Mehr als mir manchmal gut tut. Wieso wird das jetzt mein Jahresthema. Soll ich lernen, nicht gleich allem und jeden zu vertrauen. Die Fragezeichen in meinem Kopf vermehren sich und dazwischen schwirrt das Wort Vertrauen herum.

Vertrauliche Notizen beim Spazierengehen

Mein bestes Rezept, damit sich herumflatternde Gedanken beruhigen, ist ein Spaziergang. Vorsichtshalber nehme ich einen kleinen Notizblock und einen Bleistiftstummel mit. Zwei Stunden und 6 km später steht dort: Was genau meint der Engel? Bin ich zu vertrauensselig? Wie steht es um mein Selbstvertrauen? Wo fehlt mir da was? Kann ich anderen Menschen vertrauen? Darf ich meinen Fähigkeiten vertrauen, dass Dinge funktionieren oder Aussagen zutreffen? Wie verträgt sich Vertrauen mit meinem Bedürfnis nach Sicherheit? Wo sind Verletzungen oder Enttäuschungen aufgetreten, weil mein Vertrauen mißbraucht oder Versprechen gebrochen wurden? Wie ist das mit dem blinden Vertrauen? Gibt es ein Non-plus-ultra-Vertrauen in das ganze Leben? Als letzter Gedanke steht da: Wenn ich Vertrauen habe, fühle ich mich gut, frei, ganz leicht, umarmt, geborgen.

Genügend nachdenkenswerter Stoff für ein Jahresmotto, finde ich.

Das Vertrauen und ich – eine erste Stellungnahme

Tatsache ist: Ich bin ein sehr vertrauensseliger Mensch, manchmal ist es sogar ein Zuviel des Guten. Ich spüre oder sehe wie die Leute aufgrund meines Verhaltens lächeln, Blicke austauschen oder verständnisvoll den Kopf wiegen, so wie man es bei einem kleinen Kind tut, welches voller Vertrauen in die Welt hinaus geht und noch nicht erfahren hat, dass man auch oft auf die Nase fallen kann.

Manche fragen mich: „Vertraust du immer noch darauf, dass die Menschen grundsätzlich gut sind? Deine Lebenserfahrung sollte dich doch eines Besseren belehrt haben.“ Oft gibt man mir den wohlwollenden Hinweis, alle Türen, Kisten oder sonstigen Aufbewahrungsbehälter gut zu verriegeln und zu verrammeln, damit niemand mir was wegnehmen kann. Wird schon gut gehen, ist dagegen meine Devise. Vertrauen ist eben auch mit einem gewissen Risiko verbunden und beginnt dort, wo meine Macht aufhört.

Was hat das Bauchgefühl damit zu tun?

Einem vertraue ich voll und ganz, meinem Bauchgefühl. Es hat mich bereits mehrfach gewarnt, wenn mir Personen sehr nahe kamen, zu nahe und siehe da, es fingerte jemand am Rucksack meiner Freundin herum. Ein anderes Mal stellten sich mir die Haare auf, es kribbelte und ich wechselte schnell die Straßenseite und ging in ein Café. Es war eine komische Situation, zwei Menschen liefen hinter mir her und zwei kamen mir entgegen. Das muss nichts bedeuten, doch mein Warnsystem schlug in diesem Fall Alarm.

Das Bauchgefühl hat auch mein vollstes Vertrauen bei Entscheidungen. Der Verstand darf lediglich kleine Korrekturen anbringen, damit er nicht sauer ist und mir das Leben schwer macht. Vertrauen entsteht im Inneren, kommt aus dem Herzen und der Seele.

Entdeckungen, die mir gar nicht gefallen

Das Urvertrauen beginnt mit dem ersten Schrei des Säuglings und der daraus folgenden Mutter-Kind-Beziehung. Im ersten Lebensjahr werden die Weichen dafür gestellt, wie dieser Mensch später auf Situationen reagiert, welchen Menschen er vertraut oder nicht und wie differenziert er seine Umwelt wahr nimmt. Kann dieses Grundgefühl im frühen Kindesalter nicht aufgebaut werden, führt das zu Störungen in der gesamten späteren Entwicklung dieses Menschen. Das Dumme ist, man kann die Bildung von Urvertrauen nicht nachholen oder später erlernen. Oh weh, was ich gerade im schlauen Buch lese, gefällt mir gar nicht. Möglich, dass meine Intuition doch das perfekte Jahresthema für mich ausgewählt hat.

Vertrauen haben – kann man das lernen?

Urvertrauen legt den Grundstein und Vertrauen ist das Fundament. Jetzt kannst du darauf dein Haus bauen. Ein großer Sack voller Erinnerungen sind die Steine und der Mörtel aus Fehlern, Korrektur sowie den daraus abgeleiteten Wissen hält sie zusammen. Mit der Zeit entsteht ein Gebäude aus Lebenserfahrungen: Was hat sich bewährt und was nicht. Von diesem Standpunkt aus lassen sich Zukunftsvisionen entwickeln. Jede große Entscheidung für die Zukunft, sei es heiraten, Kinder bekommen oder Haus bauen basiert auf diesem System, aber auch menschliches Miteinander oder die Durchführung eines Arbeitsprojektes. Vertrauen entwickeln ist also erlernbar, doch besser ist, bereits mit einer großen Portion Urvertrauen ausgestattet zu sein.

Ein zerbrechliches Geschöpf

Das Haus ist voller Menschen. Mit Liebe, Ehrlichkeit, Mut, Fürsorge und Zuwendung baust du zu ihnen ein vertrauensvolles Verhältnis auf. Manchen schenkst du blindes Vertrauen, einfach weil die Chemie stimmt, du das Gefühl hast, da steht ein Seelenverwandter von dir oder es ein Mitglied deiner Familie ist. Doch Achtung, in den Ecken lauern Neid, Gier oder Eifersucht, dazwischen huschen Lügen und falsche Versprechungen herum. Sie alle haben nur ein Ziel, dein Vertrauen zu missbrauchen. Ist ein Vertrauensverhältnis erst einmal kaputt, ist es schwer bis unmöglich, es wieder zu kitten. Oberflächlich kann man die Risse in den Wänden zuschmieren, doch darunter bleiben die Verletzungen bestehen. Mißbrauchtes Vertrauen schmerzt.

Erste Erkenntnisse

Woran es hapert, ist das Vertrauen zu mir selbst, in meine eigenen Fähigkeiten. Zweifel schleichen sich ein, weil eine innere Stimme flüstert: „Du bist nicht gut genug. Dir fehlt es an Wissen und Fertigkeiten. Das können Andere besser.“ Manchmal wird der Ton herrisch und befehlend: „Das kannst du nicht machen. Das schaffst du nie. Hör auf mit dem Unsinn!“ Und was tue ich dann? Kaufe mir den nächsten Ratgeber, buche noch einen Kurs, mache eine zusätzliche Ausbildung, dann noch eine Fortbildung und immer so weiter. Welche diffusen Ängste halten mich zurück? Warum stecke ich oft eine lange Zeit fest, bevor ich mir einen Ruck gebe und es schließlich weitergeht? Welche Glaubenssätze schlummern im Verborgenen und hindern mich am Handeln?

Hab Vertrauen und trau dich

Das Wort Vertrauen beinhaltet trauen, sich etwas zutrauen, mutig sein. Spring! Ins kalte Wasser oder wohinein auch immer. Handle! Tu, was du noch nie getan hast. Trau dich, ist die Aufforderung, gemeint ist, sei aktiv, geh raus und auf die Menschen zu. Warte nicht bis sie zu dir kommen, es könnte sein, dass die Folge Alleinsein und Einsamkeit ist. Bleib neugierig und offen für die Welt und allem, was auf ihr wächst und herumläuft. Hab Vertrauen in das Leben, in die Schöpfung, zu dir selbst – immer und immer wieder.

Wie ist es bei dir? Bist du eher ein vertrauensvoller Mensch oder argwöhnisch und skeptisch? Und dann meine alljährlich wiederkehrende Frage: „Hast du auch ein Jahresmotto (oder sogar eins für’s ganze Leben) und welches ist das?“ Schreib mir einen Kommentar, ich freue mich darauf. Danke.

Lass uns zusammen Leben – Lieben – Lachen
vertrauensvoll auf Menschen zugehen
und bunte Sachen machen

Deine Elvira

Wie jedes Jahr stammt mein Jahresmotto aus dem Buch von Anselm Grün
„50 Engel für das Jahr“, Verlag Herder-Spektrum,
ISBN-13: 978-3-451-04902-6
ISBN-10: 3-451-04902-3

Mein Jahresmotto 2019 ist Vertrauen
Vertrauen hat man oder hat es nicht.

50 Jahre – mitten im Leben      

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,
    nicht schlecht Dein Motto und wie du es umschreibst.
    Doch hat es sich gezeigt, dass zu viel Vertrauen und einige Male deplatziert zu Enttäuschung führt.
    Ich sage“ Vertrauen ist gut – doch Kontrolle und ein bisschen Mistrauen schaden auch nicht und bewahren vor Schaden und Enttäuschung.
    Für mich könnte als Jahreslosung “ Freundlichkeit und Rücksichtnahme “ zutreffen. Man bekommt da auch etwas zurück – und das ist Freude.

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