Rauhnächte

Wie ich die Rauhnächte erlebte

Das neue Jahr ist inzwischen einige Tage alt und erwartet, dass ich mich endlich voller Energie und Tatendrang hineinstürze. Muss ich wirklich? Noch klammern sich die Rauhnächte an mich und wispern: „Mach langsam, lass dir Zeit, alles darf in deinem eigenen Tempo geschehen.“

Rauhnächte – Innehalten, Übergang und Neubeginn

Die Tage zwischen den Jahren sind heilig, beginnen um die Wintersonnenwende (in der Regel am 1. Weihnachtsfeiertag) und enden am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Zwölf Nächte, die zur Reflexion und Neuausrichtung einladen:

Nachspüren, was im Lauf des Jahres geschehen ist. Was hat dich erfüllt und bereichert?

Prüfen, welche Lasten willst du nicht mehr in deinem Rucksack mitschleppen und möchtest sie deshalb loslassen.

Sortieren, was darf bleiben und was neu kommen?

Entscheiden, welche Wünsche und Träume möchtest du im neuen Jahr verwirklichen?

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang
(japanisches Sprichwort)

Es ist eine Zeit des Wartens und Innehaltens, wo die Menschen der Musik ihrer Seele lauschen. Es ist eine magische Zeit voller Rituale. Von meiner Oma habe ich die Tradition übernommen, dass die Wohnung gereinigt, alle Rechnungen bezahlt, alle Unterlagen sortiert und keinerlei Wäsche mehr auf der Leine hängen darf. Vor allem der letzte Punkt ist wichtig, weil sich dort die Geister verfangen könnten, und die bringen Unglück im neuen Jahr.

Die Archetypen der Rauhnächte

Sie symbolisieren den Übergang vom alten in das neue Jahr. Das Licht gewinnt immer mehr Raum und die Tage werden länger. Ich wollte diese magische Zeit mal ganz bewusst erleben, mir Zeit für mich und meine Bedürfnisse nehmen. Damit es mir gelingt, habe ich mir einen Kurs bei Petra Persy von Lebensspur-Coaching gegönnt.

Täglich erreichte mich eine Mail mit Übungen, Fragen, Ritualen, Meditation und dem Energiepotential eines der zwölf Archetypen. In meinen Lieblingssessel gekuschelt, stimmungsvoll beleuchtet von Kerzen und umgeben von schönen kleinen Dingen lauschte ich ihren Botschaften.

Die Weggefährtin ließ mich auf meine Lebensreise schauen, fragte nach dem woher kommst du und wohin soll die Reise gehen.

Die Heilerin rief mir die Verluste und Verletzungen der Vergangenheit in Erinnerung. Worte wie Glaubenssätze, Selbstfürsorge, allein, aber auch Entlastung, Hilfe und Unterstützung flossen auf’s Papier.

Zur letzten Nacht des alten Jahres erschien die Wandlerin und sprach: „Wo möchtest du im neuen Jahr etwas verändern? Wie passend.

Die Aufgabe der Knochenfrau ist das Sammeln, Suchen und Entdecken. Sie ist wild, naturverbunden, unabhängig und wollte wissen: „Welche Freiheiten nimmst du dir?“ Da sie sowohl in der Wüste als auch im Wald unterwegs ist, hinterließ sie einen tiefen Eindruck bei mir. Ich dachte an meine Kindheit, an das draußen sein in Wald und Flur und ganz zart schwebte der Gedanke herbei: „Du musst nichts mehr. Alles was du tust ist deine freie Entscheidung, deine freie Wahl.“

Einen grandiosen Tag bescherte mir die Königin. Das erste Morgenlicht erschien in einem dramatischen Violett und klang in zauberhaften Rosarot aus. Sie füllte jede Stunde mit einem kleinen Wunder, und ich fühlte mich reich beschenkt. „Vertraue und sei weise“, gab sie mir mit auf den Weg.

Alle Gedanken habe ich in ein funkelndes Notizbuch eingetragen. Dazu sind bunte kitschige Zeichnungen entstanden. „Wie großartig“, dachte ich, „meine 9-jährige Enkelin und ich befinden uns beim Malen auf einen Stand.“ Mit diesen Kinderbildern und den täglich gesammelten Wörtern werde ich durch die zwölf Monate in 2019 gehen. Alles darf, nichts muss. Ich habe die Freiheit, zu tun und zu lassen was ich will. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Nie war mehr Anfang als jetzt
(Walt Whitman)

Samenkörner für den Seelengarten

Genau im richtigen Moment, um dieses tiefe Eintauchen in meinen Seelengarten zu begleiten, eröffnete die Freiraumfrau Angelika Bungert-Stüttgen ihre Facebook-Gruppe „Rauhnächte – Dein Herzensthema 2019“. Jeden Tag zog sie einen Impuls aus ihrem wunderbaren Kartenset.

Die erste Karte war: Komfortzone – Neuland. Ich habe mit diesen gegensätzlichen Wörtern gespielt, sie umgeformt, geteilt, ergänzt

Komm fort
ohne Komfort
Ort – Neuland
Landzone
Komm ins neue Land

Sie passte zur Weggefährtin, zur Lebensreise, zur Frage woher und wohin.

Es gesellten sich die Karten FreiRaum zur Heilerin und Einzig-Art-ig zur Knochenfrau. Sowohl die Wandlerin als auch die Königin bekamen mit Ausstrahlung einen Impuls, der noch an einigen weiteren Tagen aufleuchtete. Zur letzten Rauhnacht zog sie Motivation.

Es irritierte mich wie perfekt Karten und Archetypen zusammenpassten, obwohl sie von zwei verschiedenen Seiten kamen. Für mich waren die Wortbegriffe und der sich daraus ergebende Austausch unter den Gruppenmitgliedern wie Samenkörner, die ich behutsam in die Erde meines inneren Gartens steckte, damit daraus im neuen Jahr eine Pflanze wächst.

Die 13 Wünsche der Rauhnächte

Seit Jahren pflege ich den Brauch, mir zur Wintersonnenwende 13 Wünsche zu überlegen. Jeden einzelnen schreibe ich dann auf einen Zettel, falte ihn und stecke ihn in eine schöne Kiste. Beginnend mit der ersten Rauhnacht ziehe ich abends einen dieser Wunschzettel und verbrenne ihn, ohne vorher nochmal darauf zu sehen. Ich vertraue dem Universum, dass es sich um die Erfüllung von 12 dieser 13 Wünsche kümmert. Leider bin ich echt überfragt, ob das klappt, denn ich vergesse sie sofort nach dem Aufschreiben. Seltsam.

5 Rauhnächte fielen in meine Auszeit. Die verbrachte ich in Sellin auf meiner Sehnsuchtsinsel Rügen und habe mir damit gleich Wunsch Nr. 39 meiner Löffelliste erfüllt.

Am Morgen des Dreikönigtags stieg ich dann die berühmte Himmelsleiter hinunter, um am Strand der Ostsee den 13. Zettel zu öffnen. Es ist der Wunsch, um den ich mich selbst kümmern darf:

„Pilgern, laufen, gehen“ stand darauf.

Interessant.

Und was ist das Resultat von dieser Geschichte?

12 Tage lang hatte ich meine innere Landschaft durchstreift, meinen Seelengarten beackert, eine Vielzahl unterschiedlicher Wörter gesät und wilde Bilder gezeichnet. Und jetzt?

Eigentlich wartete ich auf Erleuchtung, auf Klarheit, darauf, dass sich alle Eindrücke, zack, auf ein einziges Wort konzentrieren, welches mich durch 2019 leitet. Doch da ist Nichts. Nur Leere, untermalt vom ewigen Rauschen der Wellen. Mein Jahresmotto schleicht sich ins Gedächtnis – Vertrauen. Gut, ich mache erst einmal einen langen Standspaziergang. Wird schon werden.

Plötzlich werfen es die Wellen an Land: draußen SEIN

Passt.

Ein großes Dankeschön an zwei Wegbegleiterinnen

Jetzt wird es höchste Zeit, mich bei Petra Persy und Angelika Bungert-Stüttgen herzlich zu bedanken. Ihr habt mich an die Hand genommen und behutsam, jede auf ganz persönliche Art und Weise durch die Rauhnächte geführt. Mit viel Herzenswärme und Einfühlungsvermögen habt ihr diese magische Zeit für mich zu etwas Besonderem gemacht. Es waren zwölf sehr intensiv erlebte Tage und ebenso viele schlaflose Nächte, weil die Geisterchen keine Ruhe gaben.

Nun habe ich einen Leitfaden, der mich durch das nächste Jahr begleitet. Sicher ist, es werden noch viele Geistesblitze und Ideen im funkelnden Notizbuch dazukommen.

Wie ist es bei dir? Ist die Zeit zwischen den Jahren auch etwas Besonderes für dich oder sind es Tage wie alle anderen? Was machst du da? Ich freue mich auf deinen Kommentar. Danke dir.

Lass uns zusammen Leben – Lieben – Lachen
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Deine Elvira

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Rauhnächte - magische Zeit
Rauhnächte, magische Zeit zwischen den Jahren

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira ,
    vielen Dank für Deinen inspirierenden Artikel.
    Ich hatte auch ein kleines Ritual für die Raunächte, bei dem ich täglich bewusst vom Licht in die Dunkelheit und wieder ins Licht ging.
    Das, was sich in diesen Minuten der Stille zeigte, habe ich mir als kleines „Orakel“ und Inspiration für je einen Monat in 2019 notiert.
    Das mit den 13 Wünschen, was Du erzählst, gefällt mir auch sehr. Das nehme ich mit für die nächstenächsten Raunächte.
    Hab ein tolles und lebendiges 2019!
    Liebste Grüße von Barbara

    1. Oh, das hört sich schön an, liebe Barbara. Danke, dass du dein kleines Ritual mit uns teilst.

      Dann wünsche ich dir ein inspirierendes neues Jahr.
      Herzliche Grüße
      Elvira

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