Jahresanfang

Vom Wagnis, glücklich zu sein oder Jahresanfang 2018

Die Versuchung ist gigantisch zum Jahresanfang 2018 und die Vorstellung ihr nachzugeben besitzt eine magische Anziehungskraft. Soll ich oder soll ich nicht. Gerade befinde ich mich in genau der richtigen Verfassung. Ich habe mir eine Menge Winterspeck angefressen und könnte jetzt der Jahreszeit gemäß in den Winterschlaf fallen. Bären und andere schlaue Tierchen handhaben das so. Ein verführerischer Gedanke, allein wir Menschlein sind anders gestrickt. Das neue Jahr hat begonnen und das heißt: gute Vorsätze entwickeln, Pläne schmieden, das Leben aktiv gestalten, Ziele verwirklichen. Wie gut, dass ich als Jahresmotto die Langsamkeit gezogen habe.

Wage es, glücklich zu sein

Diese Überschrift haben meine Kinder ausgewählt. Sie steht auf meinem Impulse-Kalender, den ich von ihnen immer zu Weihnachten geschenkt bekomme. Mit Sprüchen, Zitaten und Anmerkungen begleitet er mich durch das ganze Jahr: jeden Tag ein neuer Gedanke.

Wage es! Trau dich! Riskiere es! Es braucht wirklich oft Mut, um glücklich zu sein. Der ist besonders in solchen Zeiten angebracht, wo alles im Leben schief zu gehen scheint, sich die grauen Tage häufen, schreckliche Nachrichten überhand nehmen und Schicksalsschläge zu verkraften und zu verarbeiten sind. Dann kann die Suche nach dem glücklich sein zu einem Abenteuer ausarten, weil es sich versteckt unter dem ganzen Leid, weil es Aufmerksamkeit braucht, da es so winzig und unscheinbar ist. Es ist eine ganz persönliche Entscheidung basierend auf Dankbarkeit und will ständig neu erarbeitet werden. Nun werde ich 365 Tage daran erinnert, glücklich zu sein. Ich werde es wagen, mich trauen und auch was riskieren.

Im Regenbogenland

Begonnen hat das neue Jahr geradezu unwirklich und mystisch. Ein nicht alltägliches Wetterphänomen begleitete uns auf dem Weg aus dem Kurzurlaub nach Hause – Regenbögen. Zahlreich leuchteten sie am dunkelgrauen Himmelszelt auf, spannten schillernde farbenprächtige Brücken zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen. Sie waren berückend schön und verführten mich zu ständigen Jubelschreien. Nach diesem fulminanten Beginn glaube ich fest daran, dass das neue Jahr zauberhaft und bunt werden wird. Wie auch immer, zuhause angekommen habe ich mich von Judy Garland in das wundersame Reich des Zauberers von Oz mitnehmen lassen. In ihrem Lied „Somewhere over the rainbow“ geht es ums Träumen und Wünschen. Es passt wunderbar zum Jahresanfang. Hört doch mal hinein.

Auf dem Sofa

Mein Körper, oder war es meine Seele? haben mein Jahresmotto für 2018, die Langsamkeit, sehr ernst genommen. Gleich am 2. Tag des neuen Jahres legten sie mich lahm. Herrlich, na ja fast herrlich, denn gleich zwei Wohnungsrenovierungen samt Umzügen stehen bevor. Nun habe ich zwei Tage lang auf dem Sofa rumgelümmelt zwischen schlafen und wachträumen, lesen und mich verwöhnen lassen. Ach ja, wundervoller Nebeneffekt: Meine Zusatzpfündchen von Weihnachten und Silvester schmolzen dahin wie Schnee in der Sonne. Phantastisch, aber die Sache mit dem Winterschlaf kann ich jetzt vergessen.

Zwischen Wehmut und Freude

Überhaupt ist mein Jahresmotto im Moment gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, denn wir sind am Renovieren. Wir wechseln die Wohnungen – also, meine Tochter mit Familie ziehen von der kleinen Wohnung oben in die Größere im unteren Stock, und wir umgekehrt. Da gab es viel zu tun wie tapezieren, streichen, ausbessern oder erneuern und das gleich in 2 Wohnungen. Zwischendurch hieß es Sachen aussortieren, denn in der kleineren Wohnung hat nicht alles Platz.

Bei mir ist dieser Wohnungswechsel mit ein bisschen Wehmut und sehr vielen Emotionen verbunden, denn vor genau 30 Jahren erfolgte das gleiche Prozedere genau umgekehrt. Die Schwiegereltern zogen hoch und wir jungen Leute mit den 3 Kindern runter. Unseren Doppelumzug bewältigten wir letztes Wochenende dank vieler junger Helfer, die unermüdlich unsere Habseligkeiten die 18 Stufen rauf und runter schleppten. Nun sitze ich in meiner „alten“, jetzt neuen Wohnung, genieße den Blick aus dem Fenster auf die vielen Bäume, den Kirchturm sowie das Rathaus und wage es, glücklich zu sein.

Über ein neues Aussehen

Die „Septemberfrau“ war ausgiebig shoppen und hat sich ein superchices neues Kleid zugelegt. Das Rot ist nun viel röter, die Farben sind insgesamt frischer mit einem Hauch von Zitrone und die Startseite bunter. Vorbei ist die Zeit der winzigen Beitragsfotos. Sie prangen nun groß und klar über den Beiträgen. Als Krönung hat die „über-mich“ Seite nun eine kleine Bildershow. Ich bin gerade sowas von begeistert.

Blöd nur, dass ich mich 10 Monate nicht getraut habe, diese Überarbeitung in Angriff zu nehmen wegen der technischen Herausforderung und so. Bescheuert, denn es war gar nicht so kompliziert wie es mir mein Kopfkino vorgaukelte.

Im Wohnmobil statt im Pflegeheim

Im WDR sah ich eine Reportage der 75-jährigen Gisela. Sie litt seit Jahren an einer Autoimmunkrankheit und war auf dem besten Weg, endgültig ein Pflegefall zu werden als sie beschloss, ihr Leben radikal zu verändern. Zuerst setzte sie nach und nach alle ihre Medikamente ab, dann verkaufte sie ihre Wohnung und legte sich von dem Geld ein blaues Wohnmobil zu. Seit 8 Jahren ist sie damit nun unterwegs in Europa und Marokko. An der kurischen Nehrung stellte sie sich ihren Kindheitstrauma: der Flucht aus Ostpreußen.

Gisela ist eine beeindruckende Frau, die ihren Traum tagtäglich lebt. Ihre Feststellung: „Es gibt im Leben nur 2 Pole, entweder Angst oder Liebe und ich habe mich für die Liebe entschieden“, begleitet sie auf ihrer Fahrt. Wenn ihr auf diesen Link klickt, könnt ihr die Sendung ansehen.

2018 wird „übermütig“

„Übermütig“* lautet der Titel des Buchs von Gisela Matthiae, welches ich mir im Dezember kaufte. Als ich es in meiner kleinen Buchhandlung abholte, hatte ich sofort gute Laune. Voller Übermut strahlte mir ein großes Lächeln und zwei Herzen vom Cover entgegen.

Der Inhalt verspricht 52 Unterbrechungen, Umwege und Überraschungen im Jahresverlauf. Jede Woche ein Gedanke, ein Text, ein Wortspiel und ein Foto mit der Aufforderung, mal alles liegen und stehen zu lassen und eine Pause im Alltag einzulegen. Egal, was die Zeiger auf der Uhr anzeigen, leg den Kochlöffel weg, klapp den Laptop zu, schließ im Bus die Augen und träume dich weg, steht in der Einleitung. Nur einen Moment und dann lass dich von ihm durch die Woche tragen.

Gisela Matthiae ist Theologin, aber auch Clown (oder ist Frau eine Clownin?). Letzterer geht besonders aufmerksam durch die Welt, nimmt das Unscheinbare wahr und führt es dann überzogen den Menschen vor Augen, damit sie darüber, und auch über sich selbst, lachen können. „Übermütig“ ist ein Jahresbegleiter voller Witz und Humor. Was sich darin versteckt ist großartig. In der ersten Januarwoche z.B. ging es ums Anfangen. Oh nein, Korrektur, es ging um das NICHT anfangen. Na, das fängt ja gut an.

Aus dem übermütigen Vorschlag für die zweite Woche haben meine Enkelin und ich sofort einen kleinen Wettstreit gemacht. Er lautete: Die Zunge weit rausstrecken und versuchen, die Spitze ans Kinn zu legen. Dabei mit den Augen rollen und bedrohliche Töne ausstoßen. So können Feinde und böse Geister im neuen Jahr vertrieben werden. Unsere Fratzen waren zum Kreischen komisch. Wir haben uns gekringelt vor Lachen und ich bin sicher, dass sich im Umkreis von mehreren Kilometern keinerlei Bösewichter mehr aufhalten.

Und morgen? Da werden wir vielleicht mit den Armen wedeln oder uns die Haare raufen oder … ? Ach, am besten, ihr lest es selbst, diesen phantastischen, phantasievollen Begleiter durch das ganze Jahr. Und in 2019? Da fangt ihr das Büchlein einfach wieder von vorne an.

Mitgenommen

Von der Gottesdienstpredigt zum Nachdenken mit nach Hause genommen: Lässt man bei den „Heiligen drei Königen“ mal unberücksichtigt, dass es sich um Könige handelt und auch die Geschenke außen vor, so sind es drei Suchende, die einem Himmelszeichen folgen, um Gott zu finden oder sich selbst.

Das Leben hat als Geheimnis begonnen und wird als Geheimnis enden, aber ein wildes und schönes Land liegt dazwischen.
(Diane Ackerman)

Fazit: Wenn das neue Jahr wie sein Beginn wird, dann ist 2018 für mich voller Glück, Farbenpracht, Neuanfängen und Übermut, wenn . . ., ja wenn ich bereit bin, dafür etwas zu wagen oder zu riskieren. Dann traue ich mich mal und mache mich auf den Weg, vielleicht im Wohnmobil auf jeden Fall aber zu Fuß wegen meines Jahresmottos, der Langsamkeit.

Wie wird dein Jahr 2018? Welchen deiner Wünsche willst du verwirklichen, gibt es ein Motto oder ein Ziel, hast du Pläne oder vertraust du dem Augenblick und der Fügung? Schreib mir doch einen Kommentar. Ich bin sehr gespannt wie du ein neues Jahr beginnst. Danke.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
die Welt ein bisschen bunter
und viele verrückte Sachen machen

Deine Elvira

* Beim Bild zum Buch „Übermütig“ handelt es sich um einen Link zu Amazon. Wenn du ihn anklickst und den Titel bestellst, erhalte ich ein paar Cent Provision, werde mir davon irgendwann einen Kaffee leisten und an euch denken.

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,

    vielen Dank für den wundervollen inspirierenden Artikel.
    Mir fällt da sofort ein Text von Gioconda Belli ein, der mich seit vielen Jahren begleitet:

    „Morgen vergesse ich die Angst,
    fürchte nicht mehr die einsamen Strecken
    noch das Erwachen ohne Dach.
    Ich verscheuche die Gespensterwolken,
    gebe zu, dass ich glücklich bin,
    ganz einfach glücklich.
    Ich verliere die tiefe Angst vor dem Glück.“

    Ich wünsche Dir ganz viel Mut zu ganz viel Glück für dieses Jahr. Und immer wieder einen Regenbogen als Brücke dorthin.

    Barbara

  2. Liebe Elvira, Danke für Deine inspirierenden, frischen Zeilen!! Ganz anders als sonst ist mein persönlicher Jahresanfang 2018 ganz das Gegenteil von ruhig und schläfrig .. fast genau, wie bei Dir .. Da war es schön und entspannend, Deine Gedanken zu lesen in meiner kleinen Pause. Ich sitze noch ein bisschen und höre der Spülmaschine bei Ihrer Arbeit zu .. und lasse meine Gedanken wandern zur ‚Langsamkeit‘ ..
    ? Wünsch Dir ein gutes Einleben in Deiner neuen, alten Umgebung. ?

    1. Ein inspirierender Beitrag zur „Langsamkeit“ – der Spülmaschine bei der Arbeit zuhören. Das hat was.

      Danke für deine Wünsche, liebe Birgit
      und einen herzlichen Gruß
      Elvira

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