Klarheit

8 Wege zu mehr Klarheit im Leben

Fehlende Klarheit bringt mich um meinen Schönheitsschlaf. In meinem Kopf herrscht ein einziges Tohuwabohu. Es ist eine Mischung aus wiederstreitenden Gefühlen, den losen Fäden unzähliger Projekte, die ich mal wieder gleichzeitig begonnen habe, durchwebt mit dunklen Sorgen und Ängsten.

Andere Situation: Es ist nebelig, der Weg lässt sich nicht mehr klar erkennen. Unsicher setzt du einen Fuß vor den anderen oder falls du im Auto sitzt, reduzierst du die Geschwindigkeit. Vorsichtig und konzentriert gehst oder fährst du deinem Ziel entgegen. Du kommst zwar später an wegen der Wetterkapriolen, doch irgendwann bist du da.

Der Unterschied zeigt es klar und deutlich: Nur wenn du weißt, wo du hinwillst erreichst du dein Ziel. Es braucht eine Entscheidung und daran mangelt es halt manchmal bei mir, weil es so viele Dinge gibt, die mein Interesse auf sich ziehen. Ich stelle mir gerade vor wie schön es wäre, wenn ich meinen Hirnkasten einfach mit Tuch und Putzmittel säubern könnte. Schnell hätte ich den Durchblick und einen festen Schlaf zurück. Ach, wenn es doch so einfach wäre.

Klarheit heißt, den Wald und nicht nur die Bäume zu sehen

Manchmal geht uns im Alltag einfach der Überblick verloren. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr oder sind längst von unserem ureigenen Weg abgekommen. Orientierungslos irren wir umher zwischen Angepasstheit, Rücksichtnahme, Selbstzweifel und Hilfsbereitschaft. Gefangen im Chaos verbiegen wir uns ständig mehr, um zu gefallen oder üben uns in vornehmer Zurückhaltung, um nicht aufzufallen. Wären wir uns völlig klar über unsere Wünsche, hätte das ganze Desaster verhindert werden können. Wir würden fröhlich auf den einen einzigen Baum zulaufen und mit Entzücken den Wald drumherum wieder wahrnehmen.

Welche Wege führen zu mehr Klarheit?

Bewegung oder ab in den Wald
Das ist mein bestes Rezept, wenn das Leben gerade nicht rund verläuft: ein Spaziergang durch den Wald. Während sich die Schritte aneinander reihen, fällt alles Belastende von mir ab und meine Gedanken klären sich. Dort höre ich die leisen inneren Stimmchen, lasse Ideen vorbeiziehen ohne Wertung, nehme meine Sehnsüchte wahr, verbinde sie mit meinen Gefühlen und erhalte Antworten. Ein Waldspaziergang verhilft mir zu mehr Klarheit, immer. Und wenn nicht? So lange wiederholen bis sich alles geklärt hat.

Schreiben
Gleich morgens nach dem Aufstehen „Morgenseiten“ schreiben, am besten mit der Hand. (Ein Tipp aus dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron). Schnapp dir einen Block und schreibe 3 Blätter voll mit allem, was dir durch den Kopf geht: unreflektiert, ohne nachzudenken. Undurchdringliches Wirrwarr lädt sich auf diese Weise ordnen. Und wenn sich dabei ein bestimmtes Thema herauskristallisiert, dann gib der Seite eine Überschrift.

Journaling – das ist die neue Form des Tagebuchschreibens und wird sowohl privat als auch geschäftlich genutzt. Morgens notierst du z.B. worauf du deinen Fokus richten willst. Genauso können aber auch andere Themen ins Blickfeld rücken wie das Nachsinnen, was dich glücklich macht, wofür du dankbar bist und mehr. Das besondere: Abends gehst du den Tag nochmals in Gedanken durch und reflektierst, was gut gelungen ist.

Schreiben finde ich die beste Form, Klarheit in das Gedankenchaos oder Gefühlswirrwarr zu bringen.

Listen erstellen
Natürlich weiß ich, dass sich an Listen die Geister scheiden. Die einen mögen sie, die anderen lehnen sie ab, weil sie sich gegängelt oder unter Druck beim Abarbeiten fühlen. Ich mag Listen, auch wenn ich sie meistens nicht vollständig abarbeite. Na und, vielleicht haben sich meine Wünsche und Prioritäten verändert, dann wird radikal gestrichen oder sie wandert sogar in den Papierkorb.

Meine allerliebste Liste ist meine Wunsch- oder Möchte-ich-gern-machen-Projektliste. Da kommt alles drauf, was mir einfällt. Zwei Mal im Jahr gönne ich mir dann einen Traumtag mit dieser Sammelsurium-Liste. Ich spüre den Wünschen nach, ob sie mein Herz höher schlagen lassen oder ob es nur eine Seifenblase war, die längst zerplatzt ist. Dann wird sortiert, was es auf meine langfristige Löffelliste schafft, in den nächsten Monaten konkret ansteht oder jetzt sofort erledigt werden sollte. Dabei achte ich darauf, das alle meine Lebensbereiche angesprochen werden.

Hier habe ich mal mehr darüber geschrieben.

Die Wahl der Worte
Achte auf deinen Ausdruck und vermeide Phrasen sowie unverständliches Geschwafel in deiner Kommunikation. In letzter Zeit ist es mir mehrfach passiert, dass ich jemandem etwas gesagt habe, was dort völlig anders ankam. Daraufhin gab es einige Missverständnisse zu klären.

Miteinander reden schafft Klarheit. Sage deinem Partner, den Kindern, deinen lieben und unlieben Mitmenschen was du willst. Dann können die Anderen ebenfalls ihre Vorstellungen äußern und man findet eine gemeinsame Basis für das Zusammenleben. Da es hier immer wieder zu Verschiebungen kommt, muss ständig an den Veränderungen gearbeitet werden. Man bleibt im Kontakt und Austausch. In meiner größeren Familie war der Freitag Abend die Zeit für eine Familienkonferenz. Wir saßen beisammen und redeten über Wünsche, was jeder gerne tun wollte, welche Aufgaben zu verteilen waren und wer sie übernahm, was gefällt oder oberätzend war.

Werte und Gewohnheiten
Mit Sicherheit gibt es auch bei dir Lebensregeln. Das können bestimmte Werte sein oder langjährige Traditionen. Es sind Grundsätze, die du für dich festgelegt oder übernommen hast, und wegen denen du nie mehr eine Entscheidung treffen musst. Es sind sicher wenige, doch sie sind wesentlicher Bestandteil für dein Handeln.

Ein wenig anders sieht es bei Routinen und Gewohnheiten aus. Sie erleichtern das Leben. Ohne sie würden wir die Flut täglicher Entscheidungen nicht bewältigen. Sie entstehen aus Erfahrungen, sind veränderlich und bilden einen groben Rahmen für tägliche Abläufe.

Und ein paar Trampelpfade zu mehr Klarheit gibt es auch noch

Diese schmalen Wege bringen uns seltsamerweise oft ins Straucheln. Wir gehen sie täglich. Wir kennen sie besser als den Inhalt unserer Handtaschen und fallen trotzdem auf die Nase.

Nein oder Ja
Das hat nichts mit Schwarz/Weiß-Denken zu tun. Natürlich kann es sein, dass man nicht sofort eine Entscheidung treffen will oder kann. Dann sage es deutlich mit dem Hinweis auf Bedenkzeit. Halte sie kurz, damit die Angelegenheit von deinem Tisch ist und nicht in Vergessenheit gerät.

Ordnung und Reduktion
Ja, wir beide wissen es, wir sind Genies und beherrschen das Chaos. Und als Genies brauchen wir Platz für unsere Entfaltung und je mehr Platz desto mehr Dinge können wir sammeln und horten. Stop. Unterbrich diesen Teufelskreis, denn es stimmt nicht. Ich habe beides ausprobiert und sage dir ganz im Vertrauen: „Wir brauchen weniger zum glücklichen Leben als wir glauben. Und wenn jede Sache ihren Platz hat, spart das eine Menge Lebenszeit, die wir sonst mit Suchen verbringen würden.“ Der Umzug in eine kleinere Wohnung hat es mir in den letzten vier Monaten nochmals ganz deutlich gezeigt – Ordnung ist das halbe Leben.

Klick hier und lies mehr über den Umzug in die kleinere Wohnung

Stille und Entspannung
Das ist das größte Geschenk, welches du dir in punkto Klarheit machen kannst – Zeit für ein paar ruhige Minuten nur für dich. Sperr mal deine Ohren auf und höre ganz bewusst auf den Krach, der dich permanent umgibt. Der Lärm ist bereits dermaßen zum Bestandteil unseres Lebens geworden, dass wir ihn gar nicht mehr hören.

Wie sehr ein ständiger Geräuschpegel für Anspannung im Körper sorgt, ist mir beim Pilgern bewusst geworden. Tagelang unterwegs in Feld und Wald und nachts Einkehr in kleinen Dörfern wirkte dermaßen entspannend, dass mich der Lärm der weit entfernten Autobahn wie ein Schlag traf. Es ist nicht leicht, heutzutage ein wirklich ruhiges Plätzchen aufzustöbern. Vielleicht findest du es bei dir zuhause, im Park oder hinter den dicken Mauern einer Kirche. Suche deinen Ort der Stille, es lohnt sich.

Wenn ich mal wieder im Trüben fische, genügen bereits ein paar Schritte auf einem dieser Wege. Dranbleiben ist dabei das Zauberwort. Nach einiger Zeit merke ich, dass mein Lebensfluss klar und klarer wird. Ein schönes beruhigendes Gefühl, im Reinen mit sich selbst zu sein.

Hast du auch noch ein paar Patentrezepte, die zu mehr Klarheit im Leben führen. Dann schreibe mir doch bitte einen Kommentar. Danke.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
Klarheit über unser Leben gewinnen
und bunte Sachen machen

Deine Elvira

Meine Bloggerkollegin Birgit Annette hat ebenfalls einen wundervoll nachdenklichen Artikel zum Thema „Klarheit im Leben“ geschrieben, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Klick hier und du kannst ihn lesen

50 Jahre – mitten im Leben      

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,
    mein Jahreswort für 2018 ist Klarheit.

    In manchen Situationen hat es mir schon geholfen, Entscheidungen mit Klarheit zu treffen.

    Manchmal entdecke ich aber, dass ich mich wieder mal scheue, klare Worte zu sprechen (ist ja auch nicht immer angenehm) und genau das raubt mir dann den Schlaf.

    Bin gespannt, wie es bei mir weitergeht.
    Werde nächstes Jahr 60 und das stimmt doch sehr nachdenklich.

    Liebe Grüße

    Beatrice

    1. Liebe Beatrice,

      wie schön, dass dir dein Jahreswort bereits bei manchen Entscheidungen geholfen hat. Und klar ist leider auch, dass es nicht immer leicht ist „reinen Tisch“ zu machen. Ich finde, es ist besonders bei nahestehenden Menschen extrem schwer.

      Und die 60? Da schaue ich ebenfalls mit gemischten Gefühlen drauf. Die hat eine andere Qualität als seinerzeit die 50.

      Klar ist, es wird weitergehen.

      Alles Gute dir und viele sonnige Grüße
      Elvira

  2. Hallo Elvira, du sprichst mir sowas von „aus der Seele“, besser hätte ich es nicht beschreiben können. Das Beste daran ist, ich bin nicht allein mit meinen chaotischen Gedanken! Die von dir geschriebenen Worte habe ich genau jetzt gebraucht…DANKE!

    1. Liebe Ute,
      wie schön, wenn ein Beitrag genau zur richtigen Zeit erscheint. Lass es dir gut gehen mit all „deinen“ chaotischen Gedanken.

      Mit sonnigen Grüßen aus Nordhessen
      Elvira

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