Von Wünschen und Entscheidungen treffen

Wie geht es dir so am Beginn des neuen Jahres? Also ich sitze gerade fassungslos vor meinem Notizblock. Er quillt über von meinen ganzen Wünschen und den guten Vorsätzen, die ich mir vorgenommen habe. Jetzt heißt es Entscheidungen treffen: die lange Liste gleich auf ein paar Vorhaben zusammenstreichen oder losrennen und schauen, was man so alles schafft. Oft ist das ja mehr als man denkt.

Wohlüberlebte Planung oder kreatives Chaos?

Ich tendiere zur zweiten Variante. Alles ist möglich. Management by Chaos gepaart mit spontanen Ideen mag ich sehr. Das wirkt so beschäftigt und kreativ, doch muss ich zugeben, es gelingt mir selten. Besser wäre es, den Expertenrat zu befolgen, welcher heißt: Konzentration auf ein einziges Ziel, dann eine gute Planung und das ganze mit Ausdauer verfolgen. Das sind die Schlüssel zum Erfolg. Nur, auf welchen Punkt soll ich mich fokussieren und danach müsste ich den ganzen Rest von meiner langen Liste streichen? Och, das wäre doch zu schade.

Die tägliche Last der Entscheidungen

Täglich treffe ich Hunderte von Entscheidungen. Es geht morgens los mit der Frage, was ich anziehen soll und dann beim Frühstück, was schmiere ich auf das Brot? Es artet zum Drama aus, wenn ich vor dem meterlangen Joghurtangebot im Supermarkt stehe. Und dabei handelt es sich um Kleinstentscheidungen.

Zwei Einladungen flattern zur gleichen Zeit ins Haus. Als ich sie öffne, sehe ich: gleiches Datum, gleiche Uhrzeit. Was nun? Wo sage ich zu, wo ab? Ein kleines Stimmchen wispert: „Ist doch einfach, du musst dich nur zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden.“ Nein, so einfach ist das nicht.

Noch extremer sind weitreichende Entscheidungen, die das Leben betreffen. Wie soll ich soweit voraus denken. Woher soll ich wissen, was mir in einem oder sogar fünf Jahren wichtig ist. Da plane ich heute und dann kommt das Leben dazwischen und zack, sind alle Vorhaben nichtig.

Die Qual der Wahl

Entscheiden, das Dilemma steckt bereits im Wort selbst. Scheiden, also Trennen ist ein schmerzhafter Vorgang, dem wir gerne, wenn irgendwie möglich, ausweichen. Es fällt schwer, Entscheidungen zu treffen,

– weil wir zu viele Wahlmöglichkeiten haben,
– weil die Angst vor Konsequenzen umgeht,
– weil eine Entscheidung auch die Familie oder den Partner betrifft,
– weil die Entscheidung falsch sein könnte,
– weil jeder liebe Mitmensch einen anderen Ratschlag erteilt,
– weil die eierlegende Wollmilchsau noch nicht gezüchtet wurde,
– weil der Weg durch weites unbekanntes Terrain führt,
– weil damit die Hoffnung begraben wird, dass noch was Besseres kommt,
– weil, weil, weil . . .

Ich entscheide besser nichts

Sicher fallen dir Hundert andere Gründe ein, warum es besser ist, keine Entscheidung zu treffen. Das Dumme ist nur, keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Oft treffen dann sogar andere Menschen die Entscheidung für dich, somit wirst du entschieden. Das kostet Kraft. Die Folgen zeigen sich in Unzufriedenheit, Müdigkeit, schlechter Laune und letztendlich in gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Wenn du denkst, du bist der alleinige Entscheider, hast du dich geirrt

In vielen Situationen merkst du gar nicht wie subtil dir Entscheidungen aufgedrückt werden:

– durch Werbung
– durch dein Umfeld
– durch gesellschaftliche Vorgaben oder Normen
– durch die Anordnung der Artikel im Supermarkt
– durch Gewohnheiten und Glaubenssätze
– durch Zeitung, Fernsehen und andere Medien

Weniger subtil geht meine kleine Enkelin da vor. Sie weiß genau, wie sie mich um den Finger wickelt und mir Entscheidungen abluchst, die ich so auf gar keinen Fall treffen wollte.

Was tun mit meiner Riesenliste?

Die „guten Vorsätze“ streiche ich gleich. Jedes Jahr wiederkehrend fallen sie unter die Rubrik Schall und Rauch.

Dann fasse ich meine Wünsche zusammen. Welche passen in die Kategorie Familie, Partnerschaft, Freunde/Kontakte, Körper/Gesundheit, persönliche Weiterentwicklung, Spiritualität, nur zu meiner Freude.

Und dann kommt der schwierige Part, das Streichkonzert. In jedem Bereich dürfen nur 3 Wünsche stehen bleiben. Manchmal fällt mir die Wahl leicht, da entscheidet mein Bauchgefühl sofort. Hin und wieder streiten Gefühl und Verstand um die Vorherrschaft.
Dann hilft nur ein weißes Blatt. Oben kommt der Wunsch oder die Frage hinein, warum ich mir genau diese Sache wünsche. Darunter ein senkrechter Strich. In die linke Spalte schreibe ich was dafür, in die rechte was dagegen spricht. Nur bei genügend Pluspunkten darf der Wunsch auf der Liste stehen bleiben, sonst kommt er in die Ideenkiste zur Wiedervorlage im nächsten Jahr.
Bei Punktgleichheit werfe ich, die Augen dramatisch zu Schlitzen verengt, auch mal eine Münze. Kopf oder Zahl? Leben oder Tod?

Zum Schluss überlege ich, bis wann ich mir den Wunsch erfüllen möchte. Dieses Ergebnis wird in meinen Jahresplaner geschrieben.

Das Drehbuch ist geschrieben

Nun heißt es die einzelnen Szenen, die Ausstattung und deren Bearbeitung festzulegen. Was will ich bis wann erledigen?

Noch ist die Bühne leer, der Vorhang zugezogen. Zwölf Monate warten auf ihre Darsteller, auf Aktion, auf bunte Vielfalt. Und wenn das echte Leben dazwischen funkt? Dann sind Improvisation, Anpassung, Veränderung und Mut zu neuen Entscheidungen gefragt.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
und lauter bunte Sachen machen

Elvira

PS: Ich freue mich, wenn du meine Entscheidungsfindung um deine Variante erweiterst und mir einen Kommentar schreibst.

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