Spieglein, Spieglein an der Wand . . .

. . . wer ist die Schönste im ganzen Land? Der Blick in den Spiegel erfordert immer ein bisschen Mut, besonders bei Frauen im vorgerückten Alter, denn unbarmherzig enthüllt er die Spuren der Zeit. Schon die Königin bei Schneewittchen konnte die Wahrheit nicht ertragen. Obendrein hat dieser verflixte Spiegel ihr Aussehen mit dem einer Jüngeren verglichen. Verständlich, dass sie darüber in Zorn geriet.

Wer oder was ist schön?

Gleich vorweg, Schönheit liegt für mich im Auge des Betrachters, ist rein subjektiv. Was für den einen Menschen angenehm ist, was ihm gute Gefühle verursacht, findet der Andere unmöglich, vielleicht sogar hässlich. Breche ich beim Anblick eines „schönen Menschen“ in Entzückensrufe aus, bekommt der Nächste eine Gänsehaut.

Oh weh, wenn ich in den Spiegel seh

Heute morgen war mein Blick in den Spiegel besonders schlimm. Ein Wochenende voller Feierlichkeiten lag hinter mir mit allem, was dazu gehört: verrauchtes Festzelt, zu tiefe Blicke in das Bierglas, Fast Food vom Feinsten, Karussell fahren mit der Enkelin (oh, mein Nacken und meine Wirbelsäule) und natürlich wenig Schlaf. Brutal zeigte er mir, dass solche Eskapaden meine sonst umwerfende Schönheit in Mitleidenschaft ziehen.

Und auch sonst zeichnet sich ein Spiegel nicht gerade durch Rücksichtnahme und Freundlichkeit aus. Gemein wie er ist, zeigt er dir im kalten Licht des Badezimmers jede kleine Unebenheit im Gesicht. In ihm entdeckst du die ersten grauen Haare. Dort hat sich die feine Spur um deine Augen vertieft, da sich eine neue Linie in deine Stirn gegraben. Und dann das Dekolleté. Vorbei die Zeit, als es glatt war und der Ausschnitt des Kleides etwas tiefer sein durfte. Jetzt sind Rollkragen oder Schal en vogue.

Die Suche nach dem ultimativen Schönheitselixier

Früher, ja früher warst du mit deinem Aussehen bestimmt voll zufrieden, oder? Also, wenn ich ganz ehrlich bin, war ich sehr streng zu mir. Ständig gab es hier was zu bemäkeln und dort was zu bekritteln. Meine Haare waren zu krusselig, die Augen zu klein, der Mund zu groß, der Hals zu lang, der Oberkörper zu kurz, der Bauch zu dick und schöne Füße sehen auch anders aus.

Ich habe Unmengen von Geld ausgegeben, um das einzigartige ultimative Schönheitselixier zu finden. Gut, dass diese Probierphase vorbei ist. Frau ist jetzt älter und weiser geworden. Nun gibt es seit Jahren immer die gleiche Tages- und Nachtcreme, dazu ein Serum oder mal ein Besuch bei der Kosmetikerin. Ich liebe es. Ja, auf den Mittelchen steht „Anti-Aging“ drauf oder Hydro-Dingsbumsda, ich gebe es zu. Nein, sie sind nicht aus dem Supermarkt, da fehlt mir dann doch das absolute Vertrauen in die Qualität. Und Ja, meine Haut ist mir wichtig und ich möchte Alterserscheinungen so lange wie möglich hinauszögern. Ich gestehe: Ungeschminkt gehe ich nicht vor die Tür, noch nicht einmal zur Mülltonne. So, nun ist es heraus, nun weißt du, dass ich eitel bin, aber wirklich nur ein winziges bisschen.

Schau in den Spiegel wie schön du bist

Warum sehen wir Frauen ständig auf unsere Mängelliste? Wenn du dir nicht gefällst so wie du bist, dann stell dich vor den Spiegel. Schau den Tatsachen direkt ins Gesicht. Sieh dich an! Ganz genau! Trau dich! Du bist einmalig, ein Wunderwerk der Natur. Dich gibt es nur ein einziges Mal auf der ganzen Welt. Was findest du an dir schön? Nichts? Das glaube ich nicht. Jeder Mensch ist auf seine ureigene Weise schön. Du findest wirklich gar nichts? Frage deinen Partner, deine Freundin, die Nachbarin, deine Arbeitskollegen, irgendwelche Leute. Ich bin absolut sicher, dass du bereits viel Gutes gehört hast. Denk mal nach, kram in deinem Gedächtnis.

Schönsein ist eine Frage der Einstellung

Mir hat man gesagt wie gut ich es mit meinen Naturlocken habe. Waschen, trocknen, fertig. Geld spare ich obendrein beim Friseur. Alle zwei Monate schneiden, erledigt. Ist doch prima, so ein Krauskopf.
„Ich schaue gern in deine bemerkenswerten rehbraunen Augen“, so das Kompliment eines Freundes aus früheren Tagen. Du erinnerst dich, es sind diese Klitzekleinen.
Seit mein Mund das Prädikat „hinreißend“ erhalten hat, bin ich knallrotem und pinken Lippenstift verfallen.
Wegen der Figurproblemchen habe ich mir vor langer Zeit eine Farb-und Stilberatung gegönnt. Damit war dieses Thema vom Tisch, ich fand mein Aussehen oberklasse und Einkaufen wurde eine wahre Freude.
Um meinen Giraffenhals drapiere ich eine Kette und mit den Alterskringeln drumherum habe ich meinen Frieden geschlossen.
Nun verrate ich dir den Zaubertrick, um Falten im Gesicht völlig zu verdecken: Lachen, ganz viel lachen. Es darf auch laut sein.

Als Nächstes kannst du noch Überlegungen anstellen, welchen Körperteilen du warum zum Dank verpflichtet bist. Meinen Füßen (den Unschönen) bin ich sehr dankbar, dass sie mich seit inzwischen 57 Jahren zuverlässig durch das Leben tragen. Welchem Körperteil möchtest du ein Danke schön sagen? Probiere es aus, es kann ein kleines Wunder geschehen.

Vom Wissen um die Schönheit und das gute Aussehen

Heute, in der 2. Lebenshälfte haben wir Frauen dazu gelernt:

Wir wissen, dass wahre Schönheit von innen kommt und sind selbstbewusst genug, Falten als gelebte Erfahrung würdevoll anzunehmen und voller Stolz zu tragen.

Wir wissen, dass die Medien uns Schönheitsideale vorgaukeln, die das Produkt von Maskenbildnern, Licht und Retusche sind.

Wir wissen, dass es keine Zaubermittel gibt, die uns in 14 Tagen 30 Jahre jünger aussehen lassen.

Wir wissen, dass ein unperfektes Gesicht attraktiver und spannender ist als das Ebenmäßige.

Nur du entscheidest, ob du dich schön findest. Nur du entscheidest, was dir an deinem Aussehen gefällt und mit welchen Augen du dich betrachtest: liebevoll oder kritisch. Nur dir selbst sollst und musst du gefallen, denn wenn du dich selbst nicht schön findest, warum sollte es dann Jemand anderes tun.

Nun bin ich doch neugierig, was du an dir schön findest oder was es zu bemängeln gibt. Ich freue mich auf deine Kommentare.

Lass uns zusammen Leben – Lieben – Lachen
und lauter bunte Sachen machen

Deine Elvira

Septemberfrau 7 Inspirationen50 Jahre – mitten im Leben

Mach das Beste aus Deiner 2. Lebenshälfte und versäume in Zukunft keinen Blogartikel mehr.

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,
    du sprichst mir aus der Seele.
    Schön kann man auf so vielfältige Weise sein. Ich sage mir immer wieder, dass ich einzigartig bin. Und das hat nichts mit Einbildung zu tun. Ich akzeptiere mich so wie ich bin. Das war natürlich nicht immer so und es gibt natürlich Dinge, Körperteile, Ecken und Kanten, die ich an mir nicht so mag. Ich mag z. B. meine Beine nicht. Die Waden zu stämmig, die Knie zu fleischig, mit den Jahren kommen die Besenreiser. Dafür mag ich die Form meiner Lippen und meine grauen Haare. Bei mir kommt keine Tönung mehr ins Haar. Mir geht es aber auch wie dir. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf und etwas Alkohol, da schaue ich morgens auch nicht gern in den Spiegel. Da muss dann wieder etwas nachgeholfen werden. Und was mir dann ganz besonders hilft, ein paar Minuten Lachyoga. Schon sieht die Welt wieder ganz anders aus. „Schenke jedem Tag ein Lächeln und er lächelt zurück.“

    Liebe Grüße
    Gudrun

    1. Liebe Gudrun,

      keine Tönung mehr, Lachyoga und das Lächeln für den Tag reicht doch aus, da können die Beine aussehen wie sie wollen. Immer gibt es was Einzigartiges, etwas Schönes.

      Ich freue mich, dass du dich magst so wie du bist.

      Ich schicke dir lächelnde Grüße
      Elvira

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