Mitten im Chaos von entrümpeln, loslassen und wesentlich werden

Das Chaos hat einen Namen und der heißt: Umzug oder Wohnungswechsel. Ich ziehe mich auf’s „Altenteil“ zurück. Nun ist damit nicht das rechtliche Altenteil gemeint wie man es aus der Landwirtschaft kennt, wo der Hof an die nachfolgende Generation übertragen wird sondern der Wohnungstausch innerhalb unseres Mehrgenerationenhauses oder sollte ich besser sagen, unserer Hausgemeinschaft in zwei getrennten Wohnungen.

Zwei allein am großen Esstisch

So – Verkleinerung des persönlich genutzten Wohnraums ist angesagt. Was sollen zwei Menschen (Thomas und ich) mit einer solch großen Fläche anfangen? Sie ist mehr Belastung anstatt Freude und es macht wenig Sinn, wenn Räume dauerhaft leer stehen. Gebaut wurde das Haus 1958 für eine Großfamilie. Zu der gehörten neben 5 Erwachsenen eine 8-köpfige Kinderschar. Zum Sonntagsessen gesellten sich zu diesem Kreis noch Oma und Opa. Alle versammelten sich um den großen Esstisch. So war es Sitte.

Der steht immer noch da mit dem Unterschied, dass in der Regel nur wir 2 daran tafeln. Vergiss die Bilder, die dir gerade durch den Kopf flimmern. An einem Ende sitzt der Mann, am anderen die Frau. Die Entfernung dazwischen verhindert jegliches Gespräch, denn das gute Benehmen verbietet Geschrei während des Essens. In der Mitte thront der 8-armige Silberkandelaber, welcher nicht zur Lockerung der steifen Atmosphäre beiträgt. Darum herum schleichen weiß geschürzte Servierdamen und reichen mit verkniffenem Lächeln die Speisen an, denn der eigene Arm ist zu kurz, um sie selbst vom Tisch zu fischen.

Wohnungstausch: Bescheuerte Idee und
6 Gründe, es anders zu sehen

Warum überhaupt dieser Tausch? Und wie bekloppt ist es denn, im Alter eine ebenerdige Wohnung mit einer im 2. Stock zu tauschen, wegen der Treppen, der Beweglichkeit und so. Es ist doch abzusehen, dass man „Rücken und Knie“ kriegt.

Nun:

  1. Die junge Familie mit ihren jetzt 2 Kindern (7 Jahre und 3 Monate) kann alle Zimmer unserer jetzigen Wohnung voll nutzen. Super.
  2. Der Ausblick von der 2. Etage über unser Städtchen ist viel schöner, weil keine Hauswände stören und die Augen über die Baumwipfel hinweg in die Ferne schweifen können. Traumhaft.
  3. Putzen ist in null Komma nichts erledigt. Phantastisch.
  4. Jedes der Zimmer wird von uns bewohnt werden. Kuschelig.
  5. Wenn die Großfamilie an hohen Feiertagen wie Weihnachten, Geburtstag usw. zusammenkommt, brauchen wir nur noch die Treppe runter in das 1. Stockwerk wandeln und uns dort bei meiner Tochter am vorher beschriebenen Tisch zum Essen niederlassen. Herrlich mühelos.
  6. Ich werde sowas von fit werden, weil zwischen Haustür und 2. Stock 16 Stufen liegen, die täglich mehrfach zu bewältigen sind. Marathon-Ambitionen.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das Leben sich in Sieben-Jahres-Schritten vollzieht. Ob das stimmt? Wie auch immer, die 56 habe ich hinter mir und gehe stark auf die 60 zu (ein bisschen dauert es noch, schmunzel). Höchste Zeit für eine Veränderung. Da warte ich mal nicht auf das Schicksal, eine vom Himmel gefallene Fügung oder eine zwangsweise Verfrachtung. Nee, das will ich selbst entscheiden und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

Auf dem Weg vom Chaos zum Wesentlichen

Petra Schuseil hat einen Blog, in dem sich alles um „wesentlich werden“ dreht. Der Duden beschreibt wesentlich als „den Kern ausmachend, besonders wichtig, von entscheidender Bedeutung“. Möglich, dass ich gerade in diese Phase hineingehe. Der Umzug ist sicherlich ein Schritt dorthin, denn Dinge, die sich in einer großen Wohnung zweifellos auch ohne eigenes Zutun angehäuft haben, müssen losgelassen werden. In den nächsten Wochen heißt es sichten, ausmisten, entrümpeln. Was darf mit? Was soll weggeworfen werden? Was kann jemand Anderes gebrauchen? Obwohl ich nicht zu den Sammlerinnen gehöre, haben sich Schränke und Regale über die Jahre wohl gefüllt. Besonders geheimnisvoll sind Schubladen. In ihrem dunklen Raum beherbergen sie Sachen, die ewig nicht mehr benutzt wurden.

Gibt es nun einen Plan? Na ja . . . ja oder fast ja.

  • Bücher werden, wenn sie neu und aktuell sind, ihren Weg in die Bücherei antreten, ältere Exemplare auf dem Flohmarkt der Gesamtschule landen.
  • Obwohl ich rigoros aussortiere, was Kleidung betrifft, hängen in den Schränken ein paar niemals-weggeben-Lieblings-Sachen-in-die-ich-irgendwann-wieder-hineinwachse. Ich werde sie schweren Herzens loslassen und in eine Kleiderkammer für Flüchtlinge oder dem DRK-Laden geben.
  • Der Zollstock scheint magisch in der Hand zu kleben, um Fragen zu lösen wie: „Passt die Kommode von unten auch oben in die Ecke? Reicht die Länge der Wand unten für das Klavier von oben?“ Im Kopf sind die Zimmer in beiden Wohnungen bereits neu eingerichtet.
  • Im Moment laufen Kleinreparaturen, denen im November einige umfangreichere Renovierungsarbeiten folgen: Türen- und Zargen ersetzen, Fensterrolladen erneuern und Maler- sowie Tapezierarbeiten. Welches Kind möchte ein grau gestrichenes Zimmer? Und im Gegenzug würden sich wir älteren Herrschaften im rosa Prinzessinnengemach  unwohl fühlen.

Beim Umzug an einem Wochenende im Januar werden wir dann sehen, ob die gedankliche Vorarbeit mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Ob wir den Hausstand derart verringert haben, dass alles in die kleinere Wohnung hineinpasst.

Geheime Wünsche

Zwischendurch blitzt schon mal der Gedanke auf, ob ich nicht zu jung für den Rückzug auf’s „Altenteil“ bin. Aber mal ganz ehrlich: „Was bringt das Hinauszögern?“ Jeden Tag ein bisschen mehr Schwere. Jetzt fühlt es sich leicht an, weil gleichzeitig mit dieser Wohnungsveränderung geheime Wünsche aus meiner Löffelliste verwirklicht werden. Es sind die zwischen Nr. 77 und 101, über die ich nur mit mir selbst spreche. Welch eine Freude.

Lesetipp: Meine Löffelliste

Chaos, weil ich verlassen worden bin

Und da wir schon auf dem Weg zum wesentlich werden sind, beteiligt sich ein Gegenstand freiwillig an dieser Aktion, allerdings ohne meine Erlaubnis. Einer der immens wichtig im Leben ist, der gehätschelt, gepflegt und geliebt wird, für den man Kredite aufnimmt und sich notfalls verschuldet. Einer, der als Symbol für Erfolg gilt, der dem ganzen Umfeld verdeutlicht: „Seht her, ich habe was geschafft.“ Einer, ohne den man ein Nichts ist und ganz klar die Grenze zur Armut überschritten hat.

Vor drei Monaten hat sich mein Auto von mir verabschiedet. Von jetzt auf gleich. Natürlich erst, nachdem es noch eine sündhaft teure Inspektion über sich hat ergehen lassen. Natürlich erst, als es diese farbenprächtige, schmückende neue TÜV-Plakette erhalten hatte. Natürlich erst, als ich fest davon ausging, dass wir den Rest meines mobilen Lebens zusammen verbringen würden. Darüber bin ich echt ziemlich sauer. Fast genau 40 Jahre lang war ich ständig stolze Besitzerin flotter Verhikel, vorzugsweise in der Farbe rot und mit ein paar PS mehr als nötig.

Anfang August bin ich also unfreiwillig zur Fußgängerin oder Fahrradfahrerin mutiert und benutze sowas Exotisches, das man im allgemeinen Sprachgebrauch als öffentlichen Nah- und Fernverkehr bezeichnet. Zum Glück wohne ich in einer Kleinstadt, wo man noch Busse und Züge kennt, ganz anders als auf dem Dorf. Noch halte ich es ohne eigenen fahrbaren Untersatz aus und habe mich im Nachhinein bewusst gegen einen sofortigen Neukauf entschieden. Ein spannendes Experiment oder der Eigenversuch, Mobilität anders zu denken.

„Das meiste, was uns fehlt, finden wir in uns selbst“
(Norbert Stoffel)

Dann gehe ich mal auf die Suche. Darf ich mich eigentlich nach diesen ganzen Veränderungen bereits als Minimalistin bezeichnen?

Wie geht es dir? Hast du auch den Eindruck, dass sich mit der 2. Lebenshälfte oder dem 3. Drittel vieles in deinem Leben verändert, ob gewollt oder ungewollt? Ich freue mich, wenn du dazu einen Kommentar schickst. Danke.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
uns verändern, Umbrüche wagen
und bunte Sachen machen

Deine Elvira

Foto: Elvira Löber, Teil einer Installation von Marilou Schultz, Documenta 14

Septemberfrau 7 Inspirationen50 Jahre – mitten im Leben

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24 Kommentare, sei der nächste!

  1. 50+ ging sehr schnell vorbei … bis Mitte 50 immer wieder mit schweren Erkrankungen beschäftigt, dabei aber schon begonnen, Ballast abzuwerfen, auch wenn immer noch Neues dazu kam.
    Im August bin ich bei 60+ angelangt und habe offenbar so einiges nachzuholen an „wesentlich werden“.
    Noch liegen so viele Entscheidungen vor mir bzw. uns, angefangen beim Ort, wo wir mal leben und wohnen werden.
    Danke für Deine Anregungen, die ich rebloggt habe.
    https://mikesch1234.wordpress.com/2017/10/05/mitten-im-chaos-von-entruempeln-loslassen-und-wesentlich-werden-septemberfrau/

    1. Wie wir mal wohnen werden, wenn wir alt, älter, am ältesten werden? Diese Frage treibt mich auch oft um. Dazu kommt mit oder von was. Es bleibt spannend. Lassen wir es auf uns zukommen und entscheiden wir uns rechtzeitig.

      Danke für’s rebloggen des Artikels. Heute ist mein freier „Kreativtag“, da gehe ich mal in deinem Blog stöbern.

      Liebe Grüße
      Elvira

  2. Toll, ich glaube, das wird dir gut tun. Vor zwei Jahren habe ich ähnliches gemacht. Alles auf das Nötigste reduziert und nachher festgestellt, es ist immer noch zuviel.
    Mein Auto habe ich Anfang des Jahres verkauft, gehe innerhalb des Stadtteils zu Fuß und nutze ansonsten den Nahverkehr. Ich bin zufrieden wie lange nicht mehr. Sind doch nur Dinge!!!
    Viel Spaß beim Loslassen – du wirst dich freier fühlen.
    Liebe Grüße
    Karin

  3. Liebe Elvira,
    danke für Deine inspirierenden Gedanken.

    Ich will zwar derzeit noch nicht aus meiner großen Wohnung ausziehe, doch da mein befristeter Mietvertrag 2020 ausläuft und ich nicht weiß, ob der Vertrag verlängert wird bzw. die Wohnung dann noch leistbar ist, denke ich auch sehr intensiv über das „wesentlich werden“ nach.

    Mein Auto habe ich bereits letztes Jahr verkauft. War schon sehr wehmütig, weil ich scheinbar ein Gefühl von Freiheit verloren hab. Aber immer mehr denke ich, um was alles ich mich nicht mehr kümmern muss.

    Ausmisten und loslassen ist für mich eine schwere Übung. Bin Jägerin und Sammlerin und hänge an ganz vielen Erinnerungsstücken. Da muss ich noch ganz viel üben.

    Wünsche Dir viel Kraft und frohen Mut, gutes Abschiednehmen und Ankommen.

    Herzlichst

    Beatrice

    1. Liebe Beatrice,
      danke für deine Zeilen, die den Artikel ganz wunderbar ergänzen. Ich wünsche dir gute Gedanken für das Loslassen und weitere Einsichten, um was man sich dann nicht mehr kümmern muss.

      Ganz herzliche Grüße
      Elvira

  4. Danke Elvira, das war mal wieder spannend. Ich „miste“ auch mal wieder aus und weiß, wovon du sprichst. Weniger ist mehr! Aber leicht ist es trotzdem nicht. Besonders mit den Büchern kämpfe ich, will heißen, fällt mir besonders schwer. Bin immer froh, wenn mein auch viellesendes Patenkind sich für meine Bücher interessiert. Mal sehen, wie es weitergeht, ist ja auch eine spannende Zeit….das Äterwerden und loslassen…

    1. Vielen Dank für deine Gedanken, liebe Geertje. Bücher loszulassen, ist inzwischen eine meine leichtesten Übungen geworden. Sie kommen und gehen. Schön, dass du ein interessiertes Patenkind hast.

      Ganz herzliche Grüsse
      Elvira

  5. Liebe Elvira, ich befasse mich gedanklich auch mit diesem Thema. Leider ist mein Partner noch nicht dafür. Bei uns ist die Situation so ähnlich, nur fehlen noch die Enkelkinder und so die „Dringlichkeit“. Ich habe etwas Bedenken wegen der Treppen und meiner späteren Gebrechlichkeit. Aber das oben wohnen muß ja nicht das Ende sein, man kann sich ja dann noch mal verändern, verkleinern, verbessern. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Neu einrichten, ist ja ein bischen so wie bei der ersten Wohnung, weil ja auch einiges neu ist.

    1. Liebe Leni, wenn die Dringlichkeit fehlt ist es auch viel schöner, alles erst mal zu lassen wie es ist. Und wenn man oben wohnt, folgt zwangläufig der Gedanke, was tue ich später von wegen Rücken und so.

      Danke für deine Wünsche
      mit chaotischen Grüßen
      Elvira

  6. Liebe Elvira,
    noch einmal eine neue Wohnung planen ist sicher auch spannend und aufregend. 🤗 Altes loslassen ist nie einfach, aber für eine neue Wohnung braucht man vielleicht ja auch was neues.😊 Was später ist wirst du sehen. Entweder alles auf null und noch einmal Umzug oder einen Treppenlift.😁 Ich finde die Entscheidung, sich zu verkleinern, toll. Würde ich auch gerne, aber mein Mann kann von seinem Elternhaus , in dem wir wohnen, nicht lasse. Es ist ja auch alles sehr schön. Aber gut, dann heißt es abwarten und Tee trinken und wir entscheiden wenn nötig.
    Ich grüße dich ganz herzlich
    Gudrun

    1. Liebe Gudrun,
      abwarten und Tee trinken wäre möglicherweise auch mein Motto gewesen, hätte sich die junge Familie nicht vergrößert. So gibt es nun einen gewichtigen Grund und darüber bin ich sehr glücklich. Übrigens handelt es sich hier auch um das Elternhaus meines verstorbenen Manns.

      Mit herzlichen Grüßen
      Elvira

  7. Liebe Elvira,
    ja, wenn sich die Familie vergrößert, das ist doch ein wundervoller Grund.
    Genieß es. Ich habe auch 3 Enkelkinder und es ist es eine Bereicherung, ein YGlück und ein Abenreuer.
    Herzliche Grüße
    Gudrun

  8. Liebe Elvira, schön! Du hast wohl gemerkt, dass ich dir zeitgleich ein Blogstöckchen geworfen habe? Aus meinem aktuellen artikel im Wesentlichwerden-Blog?

    Passt!
    🙂
    Danke !!!
    Gutes Gelingen beim Ausmisten und Verkleinern und so
    Herzlich
    Petra

      1. Der Artikel von Petra ist richtig gut. Ich hatte ihn schon gelesen. Sehr passend, auch zu deinem Chaostext, liebe Elvira…..gleich mach ich weiter mit dem „Ausmisten“, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. LG Geertje

    1. Liebe Petra,
      ach, die Kommentare nicht in der richtigen Reihenfolge gelesen, passt trotzdem 🙂
      Ist wieder der Beweis, dass es keine Zufälle gibt. Es fällt einem zu, auch Blogsstöckchen, wie schön. Euch beiden ein gutes Wochenende. Herbstliche leicht verschnupfte Grüße
      Geertje

  9. Liebe Elvira,
    danke dir ganz herzlich für diese aufschlussreichen Einsichten 😉 Ich sage das deshalb, weil ich mich für den komplett gegenteiligen Weg entschieden habe…. Ich möchte gern in Fülle leben, so lang das geht. Aber irgendwie verstehe ich alles, was du beschreibst, trotzdem sehr gut. Ob das nun zwei Seelen in meiner Brust sind – oder vielleicht doch ein und dieselbe, werde ich auch noch herausfinden…

    Ganz herzlichen Gruß
    Maria

    1. Ach Maria, ich glaube ganz fest daran, dass es beides gibt: also abspecken oder sich verkleinern wie ich es gerade in Sachen Wohnung und Dingen mache und gleichzeitig in anderen Bereichen in einer überreichlichen Fülle zu leben. Ich denke, dass meine Seele sehr gut mit meinen verschiedenen Bedürfnissen fertig wird, weil es neben den Dingen so viele Lebensbereiche gibt, die mir wichtig sind wie Kinder, Enkel, Partner, Freunde, Menschen, Werte, Hobbys, Ehrenämter (ja, da bist du etwas zwiegespalten, und ich teilweise auch) und Spiritualität. In einem bin ich mir ganz sicher, wir werden es beide herausfinden. Jetzt, bald oder irgendwann.

      Ich lächle bei diesem Kommentar und schicke dir liebe Grüße
      Elvira

  10. Toller Artikel. Ich beschäftige mich beruflich mit dem Thema „Wohnungswechsel im Alter“ und unsere jngere Zielgruppe sind Menschen so um die 60. Daher sehr spannend dein Artikel für mich! Ich selbst, 53 Jahre, bin noch nicht bereit mich zu verkleinern. Noch lebe ich sehr „breit“, nämlich an zwei Orten (Salzburg und Sarrod, einem Dorf in Ungarn), aber beim Kauf des ungarischen Hauses haben wir schon die Barrierefreiheit mitgedacht, die wohl im Alter nützlich sein wird. In 5 Jahren werde ich aufhören zu arbeiten, den städtischen Wohnsitz verkaufen, mir ein Wohnmobil kaufen und mit meinem Mann noch einmal die Welt erobern. Danach erst bin ich bereit für den Rückzug in eine Art „Altenteil“ 🙂

    1. Hallo Sonja, da pruste ich laut los: breit leben. Aber der Rückzug auf’s „Altenteil“ hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, trotzdem oder jetzt erst recht, die Welt zu erobern. Übrigens sehr interessant, dass die jüngere Zielgruppe ü60 ist.

      Ganz liebe Grüße und komm bald wieder „auf die Beine“. Es gibt noch viel zu tun und zu erobern.
      Elvira

  11. Hallo Elvira,

    lustig, auch wir ziehen im Januar um in eine kleinere Wohnung.
    Wir waren letztes Jahr mit Mitte Fünfzig ein Jahr auf Weltreise. Ein Jahr, in dem die Sachen reichen, die wir in unserem Rucksack haben. Als ich zurück kam, war ich erst mal erschlagen von der Fülle in meinem Kleiderschrank. Ich habe alles aussortiert, was nicht in die Kategorie „Lieblingsteil“ fällt und säckeweise Klamotten zur Kleiderkammer geschafft.
    Paradoxerweise entfällt seitdem das „Ich-hab-nichts-anzuziehen-Syndrom“. Ich mache die Erfahrung, dass weniger mehr ist.
    Auch der Rest der Wohnung wird kritisch überprüft und ausgemistet. Dass wir in eine kleinere Wohnung ziehen möchten, stand nach der Rückkehr von der Weltreise fest. Den letzten Schubs zur Umsetzung gab uns eine saftige Mieterhöhung.
    Mit meinem Auto habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht wie du: kurz vor der Weltreise quittierte es nach 20 teuren Jahren den Dienst. Seitdem bin ich mit Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, geht alles!
    Ich finde es super, all den Ballast abzuwerfen und Zeit und Raum fürs Wesentliche zu haben!

    Liebe Grüße
    Gina

    1. Liebe Gina,

      beim Pilgern und so mancher Wanderung habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht wie du und meine Tochter auf ihrer Weltreise ebenso. Es passt alles komischerweise in das kleine Teil, welches man Rucksack nennt. Und das Ausmisten nach diesem Erleben ist wohl die logische Konsequenz, doch das du es derart rigoros machst, verdient Hochachtung. Bravo.

      Liebe Grüße
      Elvira
      die gleich mal auf deinem Blog den Duft der Welt schnuppert

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