Mach aus deinem Leben ein Fest

Hessentag Festumzug

Das Leben soll ein Fest sein? So ein Quatsch. Das Leben ist kein Zuckerschlecken sondern in der Regel hart und ungerecht. Ja, manchmal fühlt es sich leicht an. Hin und wieder gibt es auch das Gefühl, wir könnten die ganze Welt umarmen, weil uns was gelungen ist. Aber, das geschieht ganz ganz selten. Besser wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Das Leben ist kein Fest

Ich muss arbeiten, Geld verdienen, mich mit dem Chef und 1000 Kleinigkeiten herumschlagen. Stress, gestiegene Anforderungen, Druck, Hetze bestimmen mein Leben. Und abends erwartet meine Familie, dass ich fröhlich sein soll. Das nervt. Und überhaupt, ständig der gleiche Trott. Wie bitte soll da das Leben ein Fest sein?

Das Leben ist Monotonie

Hast du immer öfter das Gefühl, dass du in Eintönigkeit versinkst, dass die Zeit, die Tage an dir vorbeirauschen? Fühlst du dich abgeschnitten von deinen Gefühlen und Empfindungen? Du reagierst nur noch, funktionierst wie ein Roboter, weil dein Umfeld ein bestimmtes Verhalten von dir erwartet. Du brauchst ein Fest!

Das Leben ist ein Jammertal

Wie viel Lebenszeit verplempern wir mit jammern und klagen? Da klappt dies nicht und dort funktioniert jenes nicht. Da zwackt es im Rücken, dort zwickt es im Knie. Da ist der Chef eine Pfeife und dort plappert dich dein Mann um den Verstand. Endlos reihen sich die kleinen Katastrophen des Lebens aneinander und verderben deine gute Laune. Du brauchst ein Fest!

Warum soll ich ein Fest auf das Leben feiern?

Weil jedes Fest einen Höhepunkt im Leben darstellt, egal ob es eine große oder kleine Feier ist, mit vielen Menschen oder zu zweit. Du kannst sogar nur für dich selbst Feste feiern, weil du etwas Großartiges geleistet, ein Ziel erreicht, eine Angst überwunden oder eine Belohnung verdient hast. Und was wäre der Jahreskreislauf ohne seine Festtage? Eintönig. Monoton. Langweilig. Auf geht’s, du brauchst ein Fest!

Ein Leben ohne Fest ist ein langer Weg ohne Einkehr (Demokrit)

Ein Fest wie aus dem Märchen

Hier in Hofgeismar haben wir soeben den 55. Hessentag gefeiert. 10 Tage lang neue Eindrücke und Erlebnisse, die auf mich niederprasselten. 10 Tage voller Begegnungen mit Verwandten, Bekannten, Freunden und Fremden. 10 Tage Sport, Spiel, Informationen, Kunst, Musik, Ausstellungen. 700 Veranstaltungen waren wie Perlen an einer Schnur aufgezogen. Schwer daraus die Schönste zu finden, wobei schön für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Ein Fest wie ein Rausch, ein fröhliches Fest.

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.
(Hans Christian Andersen)

Finstere Gestalten klettern ans Tageslicht

Bevor die Vorbereitungen zu so einem Fest starten, melden sich erst einmal die Nörgler und Besserwisser zu Wort. Brauchen wir nicht, wer soll das bezahlen, klappt nicht, zu teuer, die örtlichen Gegebenheiten sind nicht vorhanden, wozu das Ganze, alles unsinnig, völlig verrückt, alles Spinner, sind noch die sanftesten Aussagen. Auf das restliche Gemäkele legt man besser das Schweigen.

Frischer Wind und neue Energie

Ein Fest vorzubereiten, Gastgeber zu sein, ist geballte Freude. Ich konnte die Energie, welche durch die Stadt strömte, spüren. Es war ein Summen und Brummen wie in einem Bienennest. Überall wurde gewerkelt. Da wurden Häuser gestrichen, Verschönerungsarbeiten erledigt, repariert, ausgebessert, Blumenbeete und Vorgärten mit bunten Blumen bepflanzt.

Merke: Festvorbereitungen geben einen wahnsinnigen Energieschub und sind voller Vorfreude.

Fleißige Helferlein

Bist du ein Einzelkämpfer? Das kannst du bei Festvorbereitungen vergessen. Du brauchst wie so oft im Leben Unterstützung. Jede Menge. Darum suche dir Helfer, die tatkräftig mit anpacken, Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen, dich ermutigen, auf die du vertrauen kannst. Viele tausend Helfer waren im Einsatz, arbeiteten gemeinsam an dem Ziel, die Stadt als gute Gastgeberin zu präsentieren. Sie taten alles dafür, den Besuchern einen wundervollen Aufenthalt zu bereiten. Diese Helferlein gewährleisten einen reibungslosen Festablauf, informieren, sichern, schützen, retten und sind da, wann immer du sie brauchst.

Merke: Ein Fest braucht sichtbare und unsichtbare Helferlein

Endlich sind sie da, die Festtage

Alles ist aufs Beste vorbereitet. Alles ist herausgeputzt und erstrahlt im neuen Glanz. Der Gastgeber steht bereit, seine Gäste zu empfangen. Und die kommen in Scharen, werden auf das Köstlichste bewirtet, vorzüglich unterhalten, spenden Lob und Anerkennung. Die Einwohner präsentieren stolz ihre Stadt, es entstehen Gespräche mit den Besuchern und neue Kontakte. Gemeinsam feiert man ein märchenhaftes Fest.

Merke: Ein Fest braucht fröhliche Menschen. Es ist nichts für Mieseprieme.

Jeder ist für seine gute Laune selbst zuständig

Der Gastgeber hat alles dafür getan, dir eine grandioses Feier zu bieten. Nun kann es sein, dass dir das gebotene Programm nicht zusagt. Deine Mundwinkel ziehen sich nach unten, du suchst das Haar in der Feiersuppe und findest es auch. Die ganze Party langweilt dich zu Tode. Die anderen Gäste öden dich an. Und wer ist schuld? Ganz klar der Gastgeber, wer denn sonst. Irrtum: Du allein bist für deine Laune verantwortlich.

Merke: Ob die Party der Kracher oder langweilig ist, bestimmst du selbst.

Mit allen Sinnen feiern

Ich gehe immer davon aus, dass mir das Fest gefällt. Basta. Und wenn nicht, mache ich mir meinen Spaß selbst. Ich kann mir die Feier schön trinken oder alle meine Sinne in Richtung Freude öffnen. Was sehen meine Augen, was hören meine Ohren, welche Gerüche umwehen mich, was schmeckt mein Mund, was halten meine Hände? Welche Gedanken kommen in mir auf, welche Gefühle breiten sich aus?
Daraus erstelle ich meinen persönlichen Vergnügungsmix. Und der hängt immer von mir selbst ab. In der Regel finde ich das Fitzelchen, an dem sich meine Freude entzündet. Ist es wirklich nirgends zu entdecken, versuche ich die Situation zu ändern. Geht gar nichts, steht es mir frei, zu gehen.

Merke: Bastele dir deinen eigenen Vergnügungsmix zusammen, konzentriere dich darauf und dann geht die Party richtig los.

Lass dich überraschen

Wenn du zu einer Party eingeladen bist, dann lass auf dich zukommen, was geschieht. Das ist im Leben auch so. Du brauchst nicht ständig einen exakten Plan, was du wann wie und wo tun willst. Oft eröffnet das Sich-Treibenlassen völlig neue Perspektiven. So erging es mir.

Merke: Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden.

Meine überraschenden Hessentags-Erlebnisse

Du merkst, dass ich von diesem Fest restlos begeistert war und das möchte ich mit dir teilen. Eigentlich befinde ich mich immer noch in Festtagsstimmung. Deshalb musst du durch diesen Abschnitt durch oder überspringst ihn.

  • Die Band „EVE“ aus Herborn beschenkte mich trotz Kälte und wenigen Zuschauern bis spät in die Nacht mit einem und noch einem und . . . Lied.
  • Die Gruppe „Saitenwind“, der Baunataler Diakonie für geistig Behinderte steckte mich mit ihrer Freude an der Musik an. Glücksmoment.
  • „Stimmbänd“ heizte nachmittags zusätzlich zur Sonne mit A-capella-Gesang tüchtig ein. Stimmgewaltig.
  • Die Big-Band der Bundeswehr beschwingte „my way“. Dabei war ich nur mitgegangen, weil Thomas, mein Partner, für das Konzert eine Helferkarte hatte.
  • Weil ein Freund die Karte übrig hatte, erlebte ich Hubert von Goisern. Den Namen hatte ich mal irgendwann gehört, doch nie dessen Musik. Er umgarnte mich mit ganz neuen Klangerlebnissen und reizte damit meine Sinne aufs Äußerste.
  • Für das Konzert von Herbert Grönemeyer bekam ich die Karte von Thomas geschenkt. Er wollte so gerne dorthin. Na ja, dann gehe ich halt aus Liebe mit und wurde wieder überrascht. Der spröde Sänger am Klavier entpuppte sich live auf der Bühne als meisterhafter Entertainer, sprühend vor Lebenslust und Energie.
  • Kunst im Fachwerkhaus lenkte meinen Blick auf Maler und Künstler aus der Region. Beeindruckend.
  • In der Ausstellung „Natur auf der Spur“ war ich zwei Tage mit meiner Enkelin unterwegs. Ein phantastischer Lernort und alles kostenlos.
  • Eine zauberhafte Märchen-Mitmach-Welt haben die Mitarbeiter der städtischen Kindergärten aus dem dm-Kinderland gestaltet. Und ich hatte ebenfalls Riesenspaß bei Raten, Basteln und Kasperletheater & Co. Gelungen, kostenlos, super gut.
  • Das Gießener Mathematikum brachte meine grauen Gehirnzellen auf Trab, trieb mir Schweißperlen und Grübelfalten auf die Stirn. Bevor es zu viele davon wurden, habe ich die Sache abgebrochen. Puh. Aber Klasse waren die Experimente schon.
  • Und dann der Festumzug. Grillen vor der Garage mit Freunden und überall an den Straßenrändern Menschen beim Sommersonne-Gute-Laune-Picknick.

Merke: Jedes Fest ist eine Gelegenheit über den Tellerrand zu schauen und in eine andere Welt zu blicken.

Der Dank an die Gastgeber

Phantastisch, großartig, oberexellent. Danke für ein märchenhaftes Fest. Kaum möglich, gleich zur gewohnten Tagesordnung überzugehen. Die vielen Eindrücke summen und brummen in meinem Kopf herum. Die nächsten Tage werde ich damit beschäftigt sein, meine Erlebnisse dieser Mammutfeier zu verarbeiten. Gespräche reflektieren, Informationen sichten, entscheiden. Was will ich behalten? Von was will ich mich trennen? Was habe ich gelernt? Welche Erkenntnisse will ich weiter verfolgen? Was will ich in mein Leben aufnehmen?

Merke: Sich bei den Gastgebern zu bedanken für die Mühe, die sie mit dir hatten, gehört zum guten Ton.

Und nun?

Zuerst werde ich die bunte Blumenmischung mit meiner Enkelin säen als Nahrungsquelle für die Bienen und dann?

Mehr Feste feiern – mit mir selbst, zu zweit oder mit Freunden.
Das Leben ist es wert und hat es verdient, gefeiert zu werden. Jedes Leben. In jedem Leben gibt es Gründe zum Feiern und zur Freude.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
und das Dasein zu einem bunten Fest machen

Elvira

PS: Wann hast du das letzte Mal so richtig abgefeiert und warum?
Schreib mir einfach einen Kommentar. Dann erweitere ich meine Feierliste. Danke dir.

Septemberfrau 7 Inspirationen50 Jahre – mitten im Leben

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. toll – in Dir ist ein Philosoph, ein Lebenskünstler, ein Puk, aber auch ein Realo .
    Lese gern Deine Aufsätze und Lebensweisheiten – mach weiter !
    Liebe Grüße

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