Wie entsteht Flow? Das Glücksgefühl beginnt mit dem Loslegen

Smileys

Seit einer kleinen Ewigkeit starre ich auf die leere weiße Seite. Meine Finger liegen auf der Tastatur, unbeweglich, gelähmt und wollen keinen Buchstaben tippen. In meinem Gehirn ist Ebbe, eine große Leere. Kein Einfall, kein Gedanke kommt vorbei.
Falsch. In meinem Oberstübchen herrscht Chaos. Massen von Ideen und wilden Einfällen sausen dort herum. Hunderte von Themen und „Könnte ich mal Schreiben“ erhöhen das Durcheinander. Ich fasse zu und schwupp, ist der Gedanke in meinem Oberstübchen weg gehuscht. Schreibblockade schreit von ganz weit hinten mein Rumpelstilzchen. Ich finde, der Ausdruck „Brett vor dem Kopf“ ist treffender.

Grrrrrh, das sollte mein Beitrag zu Karls „Block-Party“ sein über die wilden Glücksgefühle, den Flow, eins sein mit sich und der Welt.

Flow beginnt mit Loslegen

Einfach Schreiben ohne Sinn und Verstand. Egal, welcher Gedanke durch den Kopf schwirrt, drauf aufs Papier. Ist er gescheit, darf er stehen bleiben sonst ab mit ihm in den Papierkorb. Bei berühmten Schriftstellern soll diese Methode vorzüglich funktionieren. Klasse.
Das Ergebnis nach einer halben Stunde kann sich sehen lassen. Drei Seiten Textfragmente sind eine super Ideenkiste für irgendwann. Keiner davon ist jetzt für einen Artikel geeignet.
Ich klopfe mir auf die Schulter, immerhin habe ich was produziert und vertage die Aktion auf morgen. Da ist auch noch ein Tag.

Aufschieben – morgen ist auch noch ein Tag

Ein Spaziergang soll helfen. Das ist Meditation im Gehen und wird mir auf die Sprünge helfen. Ich sehe sie vor mir, die Geistesblitze, welche in mein leeres Hirn hineinfahren. Fröhlich gehe ich los durch den bunten Herbstwald. Und? Was ist?
In meinem Hirn wabert der Nebel und erstickt jeden Gedankenfunken. Alles grau und trüb.
Ich tröste mich damit, dass ich 6 km gelaufen bin und das gut für meine Fitness ist. Der Artikel eilt nicht. Morgen fange ich damit an.

Information besiegt Schreibblockade

Neue Versuche. Damit der Tag gelingt, checke ich zuerst meine e-mails, schaue mich in Facebook um, versinke in den Tiefen des Internets, um dann beim Wiederauftauchen die zündende Idee mitzubringen. Inzwischen ist es Nachmittag, mein Bildschirm ist voller spannender Seiten und Inhalte, mein Kopf streikt und schmerzt bei dieser Informationsfülle. Seltsam, Kopfschmerzen habe ich sonst nie.
Oh Schreck, ich bin überlastet und brauche eine Pause. Gut, dass ich noch Zeit habe.

Ablenkungen

Ständig an das Schreiben des Artikels zu denken ist doch Krampf. Am Besten ich besuche meine Tochter und bummele mit ihr durch die Stadt. Das wird mich auf andere Gedanken bringen. Und dann lege ich so richtig los.
Mein lieber Partner hat das Abendessen bereitet. Eine kleine Unterbrechung im Loslegen gestatte ich mir. Essen hält Leib und Seele zusammen, sagt der Volksmund und der muss es wissen. Was für ein zauberhafter Tag.
Sinnlos, mit vollem Magen weiterzuarbeiten. Morgen früh bin ich bestimmt voller Energie und die Ideen sprudeln aus mir heraus.

In der Ruhe liegt die Kraft

Setzt man sich selbst unter Druck geht gar nichts mehr. Klar, weiß ich. Das Gegenmittel ist Entspannung, zur Ruhe kommen, Loslassen. Ich studiere bereits einen halben Tag die unzähligen Methoden dafür und werde gerade ganz ganz hektisch. „Leg dich bequem auf den Rücken.“ Ja, mache ich. Hoffentlich habe ich mir die richtige Übung ausgesucht. „Schließe die Augen.“ Sie muss zu 100% gelingen „Atme ein und aus, ein und aus.“
Verflixt, ich bin eingeschlafen. Ich brauche einen Artikel, irgendwie. Es eilt langsam.

Zuhören

Misch dich unter Leute, höre ihnen zu und du wirst erfahren, welche Probleme sie beschäftigen. Also hinein ins pralle Leben, die Ohren gespitzt. Oh weh. Am Nachbartisch im Café erzählen sich zwei Herren, welche Krankheiten das Alter mit sich bringt. Im Kaufhaus beendet eine junge Frau gerade ihre Beziehung über das Handy. Im Supermarkt erfahre ich, welcher Joghurt am Besten schmeckt, im Zug, dass der Chef eine Niete ist, die Woche zu lang und das Wetter bescheiden. Magere Ausbeute.
Mein Problem ist, dass die Zeit drängt. Ich kriege gleich die Krise.

Zurücktreten

Eine weitere Empfehlung lautet: Tritt drei Schritte von deinem Problem zurück, betrachte es aus diesem Abstand und dann kommt die Lösung. Ich habe es genau nach Vorschrift gemacht: Zurückgetreten, geschaut, noch mal geschaut, doch niemand kommt. Wo versteckt sich diese Lösung nur?
„Mein liebes Hirn, lass mich nicht im Stich. FUNKTIONIERE!“

Wasser trinken

Apropos Hirn, ein großes Glas Wasser hilft dem Gehirn auf die Sprünge, habe ich gelesen. Ich saufe (trinken kann man das nicht mehr nennen) die Wasserration eines Kamels, komme mir vor wie ein Springbrunnen, blubb. Und? Statt springen bleibe ich sitzen. Es ist zum Haare raufen. Wo ist die zündende Idee?
Der Mittwoch rückt unerbittlich näher und damit meine letzte Chance, was auf das Papier zu bringen.

Im Flow – Zeit und Raum vergessen

Ja, ja, jaaaaa. Es ist Mittwoch morgen und während ich meine Enkelin in den Kindergarten bringe, ist sie da. Zack, die zündende Idee. In meinem Kopf reihen sich Worte aneinander, vor meinem inneren Auge entsteht plötzlich der gesamte Artikel. Fix und fertig. Schnell, schnell, ich muss nach Hause und alles aufschreiben. Und nun sitze ich hier, die Gedanken fließen aus mir heraus, die Tasten glühen, ich vergesse Zeit und Raum.

Fliegen auf Wolke 7

Ist das der viel gerühmte Flow, dieses irrsinnige Glücksgefühl? Ja, das muss es sein. Ich lächle meinem Bildschirm zu, habe ein Strahlen im Gesicht, fühle mich leicht und beschwingt wie auf Wolke Sieben. In einer Stunde von Textfragmenten zum vollständigen Artikel. Wundervoll.

Ihr werdet es kaum glauben, dieser Text ist genau wie oben beschrieben entstanden. Angefangen bei Verzettelung, mangelnder Konzentration und Aufschieberitis über ein Auf und Ab von Gefühlen bis hin zu blanker Verzweiflung und dann das Fliegen im „Flow“ war alles dabei. Der Quatschtext aus „Einfach loslegen“ hat sich gewandelt in pure Unterhaltung, gespickt mit ein paar Lebensweisheiten, die in meinem Fall alle schief gegangen sind.

Und weil es sooo schön ist, schwebe ich auf meiner Wolke 7 jetzt zu Lebenskünstler Karls Blockparty mit dem Thema „Flow“. Party geht auch Mittwoch Mittag um 12.00 Uhr. Diese Feier habe ich mir verdient.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
und eine bunte Party machen

Elvira

Septemberfrau 7 Inspirationen50 Jahre – mitten im Leben

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,

    Einen Artikel über Flow schreiben zu „müssen“ ist natürlich gemein, denn ein Flow kommt selten auf Bestellung 😉 Genau das hast du hier deutlich gemacht, und ich freue mich mit dir, dass der Flow dann doch noch gekommen ist!

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Hallo Barbara,
      da gebe ich dir Recht, Flow stellt sich ein, wenn man nicht mehr daran denkt. Ich hatte fünf verschiedene Themen, über die ich schreiben wollte, doch bei keinem hat es gefunkt. Bei diesem Bemühen ist dann der Flow-Artikel ganz von allein entstanden. Manchmal kommt es anders als man geplant hat. Schön und hat Riesenspaß gemacht.

      Liebe Grüße
      Elvira

  2. Liebe Elvira,
    Whou, ja das war ein Weg zum Flow, danke, dass du uns hast teilhaben lassen. Mehr oder weniger kenne ich das auch und kann deine Freude verstehen, als der Text fertig war. Die Wolke 7 hast du verdient .
    Beste Grüße
    Gila

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