Freizeitstress und wie du ihm entkommst

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Eine seltsame Wortkombination, dessen Einzelteile so gar nicht zusammen passen wollen – Freizeitstress. Der Duden sagt dazu, es ist Stress, der sich für jemanden aus einem Übermaß o. Ä. von Freizeitaktivitäten entwickelt. Daraus folgt, dass wir das Maß selbst festlegen dürfen. Jeder entscheidet für sich, wann es zum Überlaufen voll ist.

Woran denkst du bei den Worten FREI – ZEIT – STRESS?

Schließ mal die Augen und denke an „Frei“. Was assoziiert dein Gehirn mit diesem Wort? Nichts tun, frei von Verpflichtungen, ohne Grenzen, . . . Es kommt noch schöner. „Zeit“ – es zergeht auf der Zunge, hört sich nach Unendlichkeit an, nach Wohlgefühl, Dahintreiben auf Zuckerwattewölkchen. Und als letztes „Stress“. Ein aggressives Wort, welches die ersten beiden Begriffe zerstört, regelrecht zerfetzt. Du darfst deine Augen jetzt wieder öffnen. Willkommen in der rauhen Wirklichkeit.

Dauergestresst

Stress an der Arbeit ist „in“. Neben dem Wetter und den Krankheiten ein beliebtes Thema beim Small talk. Viele definieren darüber ihre Leistungsfähigkeit und Wichtigkeit. Berufsstress kennt inzwischen fast Jede. Tagtäglich hast du damit zu tun, außer du bist die perfekte Planerin. Ich gehöre mehr zur Gruppe „Gäbe es die letzten 5 Minuten nicht, bliebe so vieles ungetan“. Da ist Stress und Chaos vorprogrammiert und mein Partner reagiert genervt.

Wie steht es mit deiner Freizeit? Hast du Zeit für dich oder hetzt du von einem Termin zu nächsten? Wenn du diese Frage mit Ja beantwortest, dann hat dich der Freizeitstress voll im Griff. Nur wer begreift, dass er nicht alles haben kann, wird seinem selbst gemachtem Freizeitstress entgehen.

Warten auf das Wochenende

Montag, 10.00 Uhr
Du erwartest sehnsüchtig den Freitag Nachmittag, denn dann beginnt dein freies Wochenende. Du lässt deinen beruflichen Stress hinter dir und hast endlich Zeit für Familie, Freunde und all die wundervollen Dinge, die dir Freude bereiten. Beim Gedanken daran jubelt dein Herz und deine Augen sprühen vor Begeisterung.

Freitag, 17.00 Uhr
Du eilst nach Hause, das ganze Wochenende liegt vor dir. Unendlich viel Zeit, die du natürlich perfekt organisiert hast. Unterwegs kaufst du noch schnell was ein, denn Freunde kommen nachher zum Essen. Dein Body schreit nach Bewegung und Sport, dafür wird sich ein Zeitfenster finden. Wäsche, Hausarbeit, Rasenmähen schiebst du irgendwo dazwischen.

Da fällt dir ein, dass du deinen Enkeln einen Ausflug in den Tierpark versprochen hast. Versprochen ist versprochen und daran hältst du dich. Mit deiner Freundin willst du dich auf einen Kaffee treffen, mit deinem Partner ins Konzert. Deine Eltern jammern, denn du hast sie eine gefühlte Ewigkeit nicht besucht.

Ein bischen Zeit brauchst du aber auch für dich, deshalb hast du eine Massage gebucht. Gleich danach kannst du herrlich entspannt zur Gartenparty bei Müllers gehen. Eigentlich wolltest du dieses Wochenende aber auch ins Kino, dir ein neues Outfit zulegen und endlich das dritte Kapitel in dem interessanten Buch lesen, dessen erste zwei Kapitel du leider bereits wieder vergessen hast.

Zwischen diese Aktivitäten quetscht du das Schreiben von ein paar mails, das Bezahlen der Rechnungen und das Aufräumen des Abstellraumes.

Die Gesundheit leidet

Und die Moral von der Geschichte: Sonntag Abend fällst du fix und alle in dein Bett. Vor dem Einschlafen denkst du daran, dass du Morgen als erstes deinen Arzt anrufen musst. Du brauchst dringend einen Termin wegen deiner Magenbeschwerden und Kopfschmerzen. Dein Herz rast, du spürst es gerade wieder besonders und der gesamte Schulterbereich ist völlig verspannt.

Fakt ist, wenn du deine Freizeit bis oben hin mit Aktivitäten voll packst, hat das Auswirkungen auf deine Gesundheit. Beruf und Freizeit sorgen dann für Dauerstress. Es fehlt die Entspannung, der Körper kann sich nicht mehr erholen. Es kommt zu einem permanent erhöhten Adrenalinspiegel mit Auswirkungen auf Blutdruck und Blutzuckerspiegel. Das Stresshormon Cortisol fördert die Einlagerung von schädlichen Fetten, hauptsächlich im Bauchbereich. Zusammen kann das zu vorzeitiger Arterienverkalkung bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen.

Dem Freizeitstress ein Schnippchen schlagen

Höchste Zeit also, der Stressfalle zu entkommen, indem wir wieder Herrscherin über unsere Freizeit werden. Ja, ich weiß, dass das nur in einem gewissen Rahmen geht. Du willst dich nicht überall ausklinken, doch du kannst Prioritäten setzen.

  • Du allein darfst entscheiden, was dir wichtig ist, mit was du dich wohl fühlst, was dir gut tut.
  • Du allein darfst dir Zeit einplanen, welche du nur mit dir selbst verbringst.
  • Du allein entscheidest, wo und mit wem du dein Wochenende verbringen willst. Du musst nicht auf jedem Fest tanzen, außer du willst es.
  • Du allein hast es in der Hand, eine Veränderung herbeizuführen.

Übungen mit Sofortwirkung

Und als letzten Tipp: Beginne Entspannungsmethoden in dein Leben einzubauen. Yoga, Qui gong, Meditieren sind z.B. hervorragend dafür geeignet. Sport ist in der Lage Stresshormone abzubauen. Bewegung in der Natur lässt den Geist zur Ruhe kommen. Doch denke daran, dass es kein Pflichtprogramm wird, denn dann stresst sogar die Ruhe.

Am einfachsten, effektivsten und sofort anzuwenden sind Atemübungen. Leg dich bequem auf eine Decke auf den Boden oder setzt dich auf einen Stuhl. Dann atme ein. Spüre wie der Atem durch deine Nase in deine Lunge strömt. Atme tief aus. Ein und aus – in deinem natürlichen Rhythmus, mach keine Wissenschaft daraus. Dann lege die Hand auf deine Bauchdecke und atme bewusst dorthin. Ich wünsche dir, dass du 10 – 15 Minuten ungestörte Zeit dazu hast. Wenn du geübter darin bist, kannst du diese Atemübung überall und zu jeder Zeit anwenden. Anschließend fühlst du dich ruhig, erfrischt und entspannt.

Wie gestaltest du deine Freizeit?
Was nutzt du zum Ausgleich für dein Berufsleben?
Was entspannt dich, lässt dich neue Kraft für die nächste Woche schöpfen.
Ich freue mich auf deine Kommentare.

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Elvira

Septemberfrau 7 Inspirationen50 Jahre – mitten im Leben

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,

    Den Freizeitstress habe ich zum Glück schon vor Jahrzehnten abgestreift. Heute ist das Problem eher, dass ich meine Leidenschaften (Schreiben und Stil) zum Beruf machte. Vieles, was mich früher entspannte, ist jetzt „Arbeit“ (wenn auch nicht gefühlte). Deshalb merke ich ganz besonders auf, wenn ich unrund werde, und lege mich dann mit einem Buch aufs Sofa.

    Ach ja, Sport bedeutet übrigens echten Freizeitstress für mich. Alles, was nicht aus meinem inneren Bedürfnis heraus geschieht, sondern nur von Experten als ach so gesund und notwendig erklärt wird, streiche ich im Zweifelsfall.

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      wenn Leidenschaft zum Beruf wird, ist es sehr sinnvoll, darauf zu achten, dass man „freie Zeit“ für sich selbst hat. Ich sehe dich vor mir, auf dem Sofa liegend mit dem Buch vor der Nase. Schiller oder was?

      Ich freue mich, wenn du die Trennung schaffst, sonst ist Daueranspannung vorprogrammiert.

      Ganz liebe Grüße von der Nordsee
      Elvira

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