Was eine schlaflose Nacht mit dem Reinhardswald Urwald zu tun hat

Eiche im Reinhardswald Urwald

Kennst Du den Tagesbeginn, der auf eine schlaflose Nacht folgt? Das Beste, was du dann tun kannst, ist rauszugehen in die Natur. Meine Lieblingsort, einer meiner Kraftplätze ist der Reinhardswald Urwald. Inmitten der alten Baumriesinnen finde ich meine innere Ausgeglichenheit wieder.

Auf eine lange Nacht folgt ein trüber Morgen

Stell dir die folgende Situation vor: Der Tag bricht an. Eine nicht enden wollende Gedankenkette störte deinen Schlummer. In einer ewig lang andauernden Nacht hast du dich von einer Seite auf die andere gewälzt, krampfhaft die Augen zugedrückt und gehofft, dass so der Schlaf herbeikommt. Welch ein Irrtum. Zu allem Übel steigst du dann auch noch morgens mit dem linken Bein zuerst aus dem Bett.

Dein Körper fühlt sich an wie mit Blei gefüllt – tonnenschwer, träge und niedergedrückt. Du schleichst ins Bad, wirfst dir eine Handvoll eiskaltes Wasser ins Gesicht. Schrecklich, zur Müdigkeit gesellt sich jetzt Frösteln. In den Spiegel traust du dich erst gar nicht zu schauen. Der nächste Weg führt dich zur Kaffeemaschine. Heiss und stark soll das Gebräu sein, welches dich auf Trab bringt. Bringen sollte, denn nichts geschieht.

Du bist müde. Deine Energie ist auf dem Nullpunkt, deine Bereitschaft, eine Aufgabe anzupacken sogar noch darunter. Dein Gehirn funktioniert irgendwie, produziert jedoch keinen einzigen gescheiten Gedanken. Es verweigert schlichtweg seine Arbeit. Dazu kommt, dass gerade heute deine Tätigkeitsliste rappelvoll ist und eine Menge Aufgaben darauf warten, von dir erledigt zu werden. Aber du hast überhaupt keine Lust dazu.

Alles fühlt sich grau an

Du wagst einen Blick zum Fenster hinaus und was du siehst, ist nicht geeignet, deine Stimmung anzuheben. Nebel, alles grau in grau, kalt, trostlos. Dabei zeigt dein Kalender „Sommer“ an. Deine Laune sinkt weiter, falls das überhaupt möglich ist.

Heute morgen hat mich doch glatt so ein Tagesbeginn erwischt. Das kommt zum Glück nur sehr selten vor, obwohl meine Kinder behaupten, ich wäre ständig schlafgestört.

Zwei Möglichkeiten, diesem Schlaflos-Miese-Peter-Grautag zu begegnen

1. Du lässt ihn zu. Du verkriechst dich in ein Mauseloch. Noch besser, du gehst gleich wieder ins Bett. Zieh dir die Decke über den Kopf, schimpf auf den Vollmond, der dich am Schlaf hinderte oder auf die Straßenlaterne, deren Lichtschein auf dein Bett fiel und was dir sonst noch so einfällt, warum du die halbe Nacht wach verbracht hast. Bemitleide und bedauere dich selbst, denn außer dir macht das sonst keiner. Warte ab, bis das Grauen vorbei ist. Oder

2. Du nimmst eine große Portion Allheilmittel, welches da heißt: RAUS, RAUS in die Natur trotz Nebel, Feuchtigkeit und Kühle. RAUS und BEWEGEN ist noch wirksamer. Hast du dann noch eine Lieblingsstelle oder einen Kraftplatz ist der Gipfel der Wirksamkeit erreicht.

Morgenstimmung Reinhardswald     Reinhardswald Urwald     P1000811

Ein Ort zum Auftanken

Ich gehe in den Wald, wenn ich mich innerlich unruhig fühle, mich viele anstehende Aufgaben hektisch werden lassen. Dort kann ich abschalten und finde Lösungen für meine Probleme. Der Wald gibt auf alles, was ich an ihn herantrage, eine Antwort. In der Stille kannst du sie hören. Mal kommt sie gleich, mal dauert es.

Bewege dich, gehe voran. Schritt, Schritt, Schritt. Setze einen Fuß vor den anderen in deiner persönlichen Gehgeschwindigkeit. Schritt, Schritt, Schritt. Lass die Gedanken laufen, dein Gehirn leer werden. Schritt, Schritt, Schritt. Du bemerkst nach einiger Zeit, wie du ruhiger wirst. Das Druckgefühl weicht. Du entspannst dich. Du atmest freier. Du fühlst dich leicht. Die Lebensfreude kehrt zurück. Schritt, Schritt, Schritt. Das ist Meditieren beim Gehen.

Ein besonderer Ort – der Reinhardswald Urwald

Dorthin nehme ich dich mit. Er liegt fast vor meiner Haustür, nur ein paar Kilometer entfernt. Begleite mich auf meiner Runde durch den Wald, bleib mal stehen, lausche, beobachte und danach beginnt frisch und frohgemut dein Tag.

„Alles wird gut“, sprechen die Bäume. „Bleibe bei uns. Nimm die Stille des frühen Morgens in dich auf. Fühle die Feuchtigkeit des Nebels und das Streicheln des Windes auf deiner Haut. Höre das Wispern der Farne und Gräser, das Knarren unserer Äste, das fröhliche Gezwitscher der Vögel. Sieh das hauchzarte, mit unzähligen glitzernden Tautropfen geschmückte Netz der Spinne. Spüre die rauhe Borke unter deinen Händen. Lehne dich an unseren starken Stamm und spüre die Kraft, die sich auf dich überträgt.

Lerne von uns. Wir stehen hier seit Hunderten von Jahren und haben vieles erlebt und gesehen – Werden und Vergehen. Wir sind uralte, ehrwürdige, weise Baumdamen. Unsere Namen lauten Eiche und Buche. Fest verwurzelt in der Erde recken wir unsere knorrigen Arme dem Himmel entgegen. Stolz tragen wir unsere Baumrindenfalten und altern in Würde. Könnt ihr Menschenkinder das auch?

Urwald Reinhardswald       Morgensonne im Reinhardswald Urwald

Wir sind Berühmtheiten. Zahlreiche Fotographen aus der ganzen Welt kommen wegen uns hierher, den Königinnen des Waldes. Unsere Erscheinung schmückt Bücher und Kalender. Sogar einen Film, in dem wir die Hauptdarstellerinnen sind, gibt es. Uns zur Seite steht eine illustre Hofgesellschaft. Junge Mädchen, rank, schlank und biegsam als auch stämmige Burschen, die manchmal über die Stränge schlagen und uns den angestammten Platz streitig machen wollen. Wir nehmen das Leben wie es kommt, trotzen Wind und Wetter. Die Menschen finden unter unseren Baumkronen einen Platz, an dem sie sich ausruhen und erholen können. Am Schönsten ist es bei uns am frühen Morgen. Alles ist still. Nebelschleier verhüllen uns. Mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht unser Reich zum Leben. Geh nun hinaus in deine Welt und starte fröhlich in den Tag.

Eine Stunde dort und mein trübes Gemüt hat sich in Fröhlichkeit verwandelt. Kannst du auf den Fotos die Kraft spüren, die von diesem Flecken Erde ausgeht. Siehst du die geheimnisvolle Atmosphäre?

Hast du auch einen Platz, an dem du neue Kraft schöpfst, einen Lieblingsort, an den du dich zurückziehst? Wenn ja, wo ist diese Stelle und wie sieht es dort aus? Ich würde es zu gerne von dir wissen. Danke.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
und lauter bunte Sachen machen
Elvira

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,

    der Blog Beitrag heute ist einfach wunderbar – vielen Dank für diese Inspiration heute !!! Ich könnte an verschiedenen Stellen direkt weiterschreiben und ergänzen zu dem Thema Bäume und die Lichtspiele im Wald, mein „Hirn“ hat direkt die feinen Fäden aufgenommen und weitergesponnen, fast so wie die Spinnweben im Wald, die man in der Sonne glitzern und funkeln sehen kann…..
    Mehrmals am Tag laufe ich hier durch Wald und Feld – unser großer Hund will und muss raus – er ist eine große Hilfe beim Besiegen meines inneren Schweinehunds 😉 – im Moment begeistere ich mich besonders an den vielen verschiedenen Formen und Farben der Pilze, egal ob essbar oder nicht, ob in Gruppen oder alleine, ob an Bäumen oder direkt auf dem Boden…..ihre verschiedenen Altersstufen , ganz jung und völlig intakt, schon älter von Wind und Wetter gezeichnet, von Tieren angeknabbert oder schon von der Vergänglichkeit mit Schimmelpilz befallen, ganz versteckt oder auch nur etwas versteckt unter Laub oder Ästen oder auch ganz offensichtlich und prominent, fast stolz und erhaben………..das könnte man vortrefflich ausweiten….

    Ich sende ganz herzliche Grüße aus dem Taunus und wünsche einen schönen Tag

    Heide

    1. Danke, liebe Heide.

      Du hast den Artikel wundervoll ergänzt. Ja, es glitzert und funkelt überall wie in einem Zauberland.

      Liebe Grüße und wundersame Entdeckungen im Taunus
      Elvira

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