Die Großfamilie erforscht Rio de Janeiro

Die Christusfigur in Rio

Auf vielfachen Wunsch und passend zur Sommerzeit geht mein Bericht einer Reise nach Brasilien weiter. Ihr erinnert Euch? Wir sind in Rio de Janeiro gelandet und haben den ersten Tag wohlbehalten überstanden.

Die Frühaufsteher unter uns, 2 an der Zahl, beginnen den nächsten Tag am Strand der Copacabana. Um diese Uhrzeit haben wir ihn fast allein für uns. Wellenlaufen und Chi gong rüsten mich für das lautstarke Erwachen der brasilianischen Metropole.

Die „straighte“ Planung sieht heute einen Ausflug nach Ipanema vor. Wir sind schließlich nicht zum Spaß hier. Irgendwann, so gegen Mittag, geht es los. Wir starten das Projekt „Fahre mit dem Bus nach Ipanema ohne ausgeraubt zu werden“. Geschafft.

Eine schwere Entscheidung: Shoppen, baden oder Kaffee trinken

Straight, wie wir heute sind, geht es sofort zum Strand. Dort angekommen fällt uns Frauen ein, dass es besser ist, erst shoppen zu gehen wegen der Ladenöffnungzeiten. Also zurück. Gequälte Mienen bei den Männern nach dem 4. Bikiniladen und mehreren Boutiquen, doch als Gentleman fühlen sie sich für den Schutz der Frauen verantwortlich.

Jetzt geht es zum Baden. Die Wellen sind mächtig und legen einen feinen Wasserschleier über Strand und Stadt. Pünktlich um 16.30 Uhr färbt sich der Himmel dunkel und öffnet seine Schleusen. Klatschnass suchen wir ein Café, finden nur Stehbistros. „Nein, das geht gar nicht. Eine gute Tasse Kaffee trinkt man stets im Sitzen,“ spricht meine liebe Schwägerin. Weil wir eine harmonische Gruppe sind, geht die Suche im strömenden Regen weiter bis wir im Einkaufszentrum einen Tisch mit 3! Stühlen ergattern. Mit Händen und Füßen redend geben wir unsere Bestellung auf, denn die Zahl der Englisch sprechenden Bevölkerung ist äußerst gering.

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Suche und finde ein Restaurant in Rio de Janeiro

Außer harmonisch sind wir auch demokratisch und „Feinschmecker“. Zwei dürfen heute nach längerer Gruppendiskussion entscheiden, in welches Restaurant wir gehen, möglichst gleich um die Ecke.

Die Odysee beginnt. Eine dreiviertel Stunde später befinden wir uns immerhin in der richtigen Straße. Die Gegend wird seltsamer und einsamer. Meine Schwägerin überlegt, ob sie jetzt das grüne Geschmeide ablegen sollte. Der Weg endet abrupt mit Haus Nr. 30. Nun ist guter Rat teuer, denn unser ausgewähltes Lokal hat die Nr. 10 und ein anderes kommt nicht in Frage. Entschieden ist entschieden. Niemand ist da, der Englisch spricht und unser perfektes Portugiesisch stellt sich erst nach mehreren Caipirinhas ein. Doch so schnell geben wir nicht auf.

Wir schwärmen aus und beginnen die Befragung der „Cariocas“ (Einwohner Rios), um ans Ziel zu gelangen. Endlich – meine Schwägerin trifft auf einen hochattraktiven! jungen! adretten! Mann! im Anzug!, der gerade aus dem U-Bahn-Schacht emporsteigt. Trotz des ständigen feinen Sprühregens ist dieser extrem freundlich und hilfsbereit. Jetzt sind sieben Personen plus Kleinkind auf der Suche. Erfolglos. Dem Hungertod nahe, fragen wir den inzwischen ebenfalls klatschnass geregneten aber immer noch extrem freundlichen Mann (wir waren weitere 15 Minuten unterwegs) nach einem anderen Restaurant in der Nähe.

Neuer Versuch oder Kidnapping?

Viele Vorschläge später bestellt er zwei Taxen für uns und sagt den Fahrern, wohin sie uns bringen sollen. Die preschen in rasender Geschwindigkeit los. 5 Minuten, 10, kurzer Stopp an einer roten Ampel. Der Abstand zwischen beiden Fahrzeugen beträgt höchstens 3 cm, die Fahrer besprechen etwas. Weiter. Sorgenvoll kraust meine Schwägerin die Stirn, befürchtet gekidnappt zu werden und auf einer Müllhalde zu landen. Verschwunden in Rio. 15 Minuten, 20, die Gefahr ermordet zu werden steigt. Plötzlich halten die Taxis vor der wunderschön in einer Bucht gelegenen Churrascaria „Porcao“. (Wichtiger Hinweis: Vegetarier brauchen sich diese Adresse nicht aufschreiben und beenden den Artikel hier!)

Churrasco – das typisch brasilianische Grillfest

Naß, abgewrackt, ungeduscht, leicht riechend stehen wir im Entrée. Der Empfangschef mustert uns skeptisch von oben nach unten und zurück, nicht sicher, ob er diese Bande hineinlassen soll und ob wir über das nötige Geld verfügen. Die Musterung zieht sich, da rettet uns die süße Minifrau vor dem Rausschmiss. Mit umwerfenden Charme, Luftküsschen und einem strahlenden Lächeln bringt sie das Herz des Portiers zum Schmelzen. Wir bekommen den besten Tisch mit traumhaften Blick auf den Zuckerhut.

Churrasco, das brasilianische Grillfest wird hingebungsvoll zelebriert. Die Churrasceros bringen riesige mit Fleisch bestückte Spieße. Am Tisch werden Scheiben davon abgeschnitten und sorgfältig auf den Teller drapiert. Wohlschmeckend, unwiderstehlich, das Wasser läuft uns im Mund zusammen. Unsere Männer strahlen vor Glück und Wonne. Fleisch en masse. Beilagen in zig Varianten? Nein, danke, brauchen wir nicht. Auch wir Frauen sind entzückt und essen uns durch picanha (Rinderlende), maminha (Lendenspitze), costello (Hochrippe), Hühnchen, Lammkeule- und Kotelett plus, als kleine Häppchen nebenbei, durch vielerlei Würstchen. Wir haben viel Spaß und kreischen vor Freude, was immer neue Churrasceros mit Spießen herbeilockt. Es ist hervorragend. Fast platzen wir. Danach sind wir zum Caipirinha-Trinken übergegangen, aus medizinischen Gründen.

Achtung im Straßenverkehr

Was haben wir heute gelernt? In ein 5-Personen-Taxi gehen locker 7 Erwachsene und ein Kind. Senkt den Preis pro Kopf, trotz der zahlreichen Umwege, die der Fahrer tätigt, um uns Rio bei Nacht zu zeigen. In Brasilien herrscht Anschnallpflicht. Keiner hält sich daran. Es gibt Verkehrsregeln. Kümmert niemand. Rote Ampeln, Zebrastreifen, dienen beide lediglich als Diskussionsgrundlage vielleicht mal anzuhalten. Verlass Dich nie darauf.

Ein straighter Tagesplan findet sein Ende. Obwohl Rio als gefährliche Stadt eingestuft wird, haben wir keine Verluste zu verzeichnen weder an Menschen noch an Preziosen.

Lass uns zusammen LEBEN – LIEBEN – LACHEN
und lauter bunte Sachen machen

Elvira

Du hast Teil 1 verpaßt. Hier kannst Du ihn nachlesen.

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elvira,

    deinen Reisebericht zu lesen ist so köstlich, wie Erdbeereis, mit dem Wunsch, gleich noch mehr haben zu wollen.
    Erfrischend, heiter und mit Wortwitz, ein Traum 🙂

    Herzlichen Dank und ich freue mich sehr auf weitere Berichte

    Liebe Grüße
    Monika

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